Tour de France 2017: Gute Chancen für Düsseldorf

Düsseldorf: Gute Chancen für Tour-Start 2017

Nach dem Rückzug des Bewerbungs-Favoriten London geht Düsseldorf mit guten Chancen in den Endspurt um die Vergabe des Starts der Tour de France 2017. Dieter Schneider-Bichel, der Sprecher von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), will "in drei bis vier Wochen" Ergebnisse einer städtischen Arbeitsgruppe, die zu diesem Thema gebildet wurde, vortragen.

Das Düsseldorfer Stadtoberhaupt Geisel war beim Tourfinale in Paris im Juli mit Tourchef Christian Prudhomme zusammengetroffen und hatte Interesse an der Ausrichtung des "Grand Départ" bekundet. Die Entscheidung über den Startort der übernächsten Frankreich-Rundfahrt fällt im Dezember.

Die Tour-Organisation ASO hat großes Interesse daran, nach 2005 (Karlsruhe und Pforzheim) wieder mit Etappen nach Deutschland zu kommen. Der Radsport hat nach den großen Dopingskandalen zuletzt wieder an Akzeptanz gewonnen. Zwei deutsche Teams gehörten im vergangenen Juli zum Starterfeld der mit Abstand wichtigsten Rundfahrt. Es gab sechs Etappensiege durch deutsche Rennfahrer. "Christian Prudhomme war in den letzten beiden Jahren zunehmend in Deutschland. Ich weiß, dass er verschiedene Möglichkeiten auslotet", sagte Rudolf Scharping, der Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung.

Weitere ernsthafte deutsche Interessenten waren Münster und das Saarland. Aus Thüringen gab es zudem Bemühungen anlässlich des Luther-Jahrs 2017. Doch dort hat das Interesse nachgelassen. "Wenn sich eine Stadt wie Düsseldorf diesem Thema noch einmal zuwendet, kann ich das nur begrüßen", sagte Scharping.

  • Düsseldorf : Geisel will eine Etappe der Tour de France nach Düsseldorf holen
  • Tour de France 2015 : Teklehaimanot fährt als erster Afrikaner im Berg-Trikot

Allein an Gebühren an die Tour-Organisatoren wären für die Veranstaltungstage rund vier Millionen Euro fällig. Aber trotz der finanziellen Hürden passe laut Schneider-Bichel ein Tourstart in Düsseldorf in "politische und strategische Überlegungen".

In diesem Sommer machten sich die Radprofis vor mehreren hunderttausend begeisterten Fans im niederländischen Utrecht auf den Weg. Im kommenden Jahr beginnt die Frankreich-Rundfahrt in Mont Saint-Michel in der Normandie. Nach dem seit einigen Jahren üblichen Rhythmus wäre 2017 wieder ein Auslandsstart an der Reihe.

(bei)