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Die Woche In Den Stadtteilen: Totgesagte leben länger

Die Woche In Den Stadtteilen : Totgesagte leben länger

Die Schützen betreiben ein schwieriges Geschäft, manche behaupten gar, dass das Brauchtum (im Gegensatz zum karnevalistischen Treiben) aussterben werde. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Und so zeigen die Düsseldorfer Schützen, dass sie noch quicklebendig sind, gerade in den vergangenen Wochen und damit rechtzeitig zu den Höhepunkten des Schützenjahres.

Da sind etwa die Bilker Kameraden, die nach 22 Jahren ihr "Rock-in-Bilk"-Festival, mit dem sie traditionell die Feierlichkeiten einläuten, einstampfen, weil die Düsseldorfer lieber Schlager oder Pop hören wollen. Ab nächsten Jahr gibt es dann "Bilk live!" Die Derendorfer Schützen haben ihr Programm sogar gehörig umgekrempelt. Statt verdienter, aber für Außenstehende eher langweiliger Ehrungen und viel zu langer Reden wurde getanzt und gefeiert, und zwar zu Hits von Abba. Selbst auf den Eintritt ins Partyzelt verzichteten die St.-Sebastianer, obwohl sie das Geld natürlich gut gebrauchen könnten.

Denn die Pflege des Brauchtums kostet viel Geld, auch wenn das für Menschen außerhalb der Schützen-Kreise ein Thema ist, mit dem man sich nicht unbedingt beschäftigt. Und das Geschäft wird immer schwieriger, genau wie Nachwuchs zu finden. Denn in einer Gesellschaft, die sich immer mehr dem Fortschritt verpflichtet fühlt, gibt es immer weniger Verfechter von Traditionen wie in einer scheinbar homogenen Schützenschar und in Uniformen mit viel Tamtam durch die Straßen zu ziehen.

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Was die Schützen brauchen, sind noch mehr kreative Ideen und Modernisierungen von Traditionen. Und jemanden, der für sie eine Lanze bricht. Wir haben da auch einen Vorschlag: Campino, du hast schon der DEG geholfen, gib' dir einen Ruck! Auch wenn "Rock-in-Bilk" nicht mehr ist, findet man bestimmt einen Platz für dich und die Band. Alternativ nimmt man euch bestimmt gerne bei einer Parade mit.

(semi)