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Fest nicht abgesagt: Toter Schütze: Sohn erklärt sein Verhalten

Fest nicht abgesagt : Toter Schütze: Sohn erklärt sein Verhalten

Der Sohn des nach einer Rangelei verstorbenen Schützenbruders verteidigt die Entscheidung, das Fest nach dem Todesfall nicht abzusagen. Die Polizei hat alle mittlerweile Zeugen vernommen.

Am späten Freitagnachmittag hat die Kripo die letzten Gespräche mit Zeugen und Beteiligten des Vorfalls während des Schützenfestes in Eller am vergangenen Wochenende geführt, bei dem ein 72-Jähriger ums Leben gekommen war. Der Mann hatte sich offenbar mit zwei Männern gestritten (31 und 34 Jahre alt), von denen einer ihm bei der Parade ein Bein gestellt und ihn zu Fall gebracht hatte.

Als er ihn später zur Rede stellte, kam es zur Rangelei, bei der der Schütze stürzte und sich am Kopf schwere Verletzungen zuzog, an denen er in der Nacht zu Montag starb. Dass die Elleraner Schützen daraufhin den Krönungsball am gleichen Abend nicht absagten und der Sohn des Opfers als amtierender Regimentskönig auf die Bühne trat, löste heftige Reaktionen nicht nur unter Schützenvereinen aus.

OB Dirk Elbers, als Ehrengast geladen, sagte beispielsweise seine Teilnahme an dem Ball ab, andere Schützen sahen das Verhalten ähnlich kritisch, andere unterstützen Bernd von der Stück. Der hat sich jetzt in einem offenen Brief zu seinem Verhalten geäußert und erklärt die Hintergründe.

Bernd von der Stück:
"Wir haben einen von uns allen sehr geliebten Menschen auf plötzliche und unfassbare Weise verloren. Die Umstände seines Todes, verbunden mit dem Amt des Regiments-Königs, welches ich im vergangenen Jahr bekleiden durfte, haben uns bedauerliche Weise in den Focus der Öffentlichkeit gezogen. Wie aus den unterschiedlichsten Pressemitteilungen zu entnehmen war, stießen wir mit unserem Verhalten und unseren Handlungen auf Unverständnis. Damit sie diese eventuell verstehen können, möchte ich mich dazu äußern. Alle Entscheidungen und Handlungen wurden von mir und meiner Familie intensivst besprochen und gemeinsam getroffen."

"Dies bezüglich hatten wir selbstredend engen Kontakt mit dem Vorstand. Meine Familie und ich hatten zu jedem Zeitpunkt seitens des Vorstandes, allen voran Lothar Adams, die größte und vollste Unterstützung. 'Entscheidet, wie ihr es für richtig haltet. Wir stehen hinter euch, halten euch den Rücken frei und schützen euch.' Ich bin stolz darauf, diesem Schützenverein anzugehören. Stolz auf jeden einzelnen Kameraden. Stolz darauf, dass mein Vater ein Teil davon war und diesen auch mitgeprägt hat."

Der Elleraner Schützen-Chef Lothar Adams hat zudem per Brief an OB Dirk Elbers um ein Gespräch gebeten, weil Elbers das Verhalten der Schützen ebenfalls kritisiert hatte.

Anfang der Woche wird die Kripo womöglich Details über die Einschätzung des Vorfalls in Eller geben. Denn nach Aussage von Staatsanwalt Martin Stücker sind die Ermittlungen nun abgeschlossen, die Fakten werden der Staatsanwaltschaft vorgelegt und sie entscheidet, wie man in dieser Sache weiter vorgeht. Mit einer Aussage dazu wird Anfang der Woche gerechnet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schützen in Düsseldorf trauern um toten Kameraden

(ho)