Volksverhetzung: Torsten Lemmer verurteilt

Volksverhetzung: Torsten Lemmer verurteilt

Zehn Monate Bewährungsstrafe hat das Landgericht am Mittwoch wegen Volksverhetzung gegen Torsten Lemmer verhängt. Der nach eigenen Angaben geläuterte Rechtsextremist hat kurz zuvor zugegeben, von 2002 bis 2006 über einen Hildener Musikverlag zahlreiche Musik-CDs mit rassistischen Inhalten verbreitet zu haben.

Zu Prozessbeginn hatte er dies bestritten. Schon das Verlesen der Anklage mit Textauszügen der rassistischen CDs habe ihm Übelkeit bereitet, hatte Lemmer damals erklärt. Auch ein 40-jähriger Verlags-Mitarbeiter hat die Anklage weitgehend bestätigt und erhielt acht Monate Bewährungsstrafe.

Beide haben laut Urteil eine Vielzahl von CDs mit rassistischen Texten verkauft und gelagert, um sie auf Bestellung über Internetportale zu versenden. Zum Motiv stellte das Landgericht fest, dass beide aus kommerziellen Gründen gehandelt haben.

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Für eine politische Überzeugung sah das Gericht keine Anhaltspunkte. Lemmer hatte zu Prozessbeginn erklärt, er habe nach seinem Ausscheiden aus dem Verlag lediglich noch fünf Jahre lang ein Gehalt kassiert sowie ein Auto und ein Mobiltelefon auf Verlagskosten genutzt.

Erst, als sein Mitangeklagter doch noch ein Geständnis ablegte und Lemmer belastete, räumte er die Vorwürfe ein. Da Lemmer bereits vorbestraft ist, fiel das Urteil gegen ihn höher aus. Beide Angeklagte und die Staatsanwältin haben den Richterspruch akzeptiert. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

(RP)
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