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Toni Turek privat neues Buch wird in Düsseldorf vorgestellt

Buch in Düsseldorf vorgestellt : Wie war der Teufelskerl Toni Turek privat?

Wie war der Nationaltorwart privat, wie war er als Sohn, Ehemann, Familienmensch, Freund und Kollege? Oliver und Heike Turek haben recherchiert und bringen nun ein neues Buch heraus.

Der Fußballwelt ist Anton „Toni“ Turek als „Teufelskerl“ und „Fußballgott“ bekannt. Diese Ehrenprädikate hatte Radioreporter Herbert Zimmermann dem damaligen Torhüter der Fortuna und der bundesdeutschen Fußballnationalmannschaft im Weltmeisterschaftsfinale 1954 gegen Ungarn spontan zukommen lassen. Turek hatte im Berner Wankdorfstadion mehrere Großchancen der Ungarn vereitelt und war einer der entscheidenden Spieler beim ersten WM-Titel einer deutschen Kicker-Auswahl.

„Als Fußballer – von den offiziellen und gestellten Fotos – kennt man Toni Turek. Aber kaum jemand weiß, wie er als Privatmann oder als Kollege bei der Rheinbahn war“, meint Heike Turek. Das wollte die Kulturwissenschaftlerin, die als Ehefrau von „Toni“-Enkel Oliver nicht nur zufällig den Nachnamen des WM-Helden von 54 trägt, ändern. „Im Zusammenhang mit Tonis 100. Geburtstag, er wäre am 18. Januar 2019 100 geworden, kam mir die Idee einer Bildbiografie über sein Leben und Wirken“, so die Autorin. Tureks Enkel Oliver erinnert sich mit einem Lächeln im Gesicht: „Er war für mich nie der Fußballgott. Er war immer nur Opa Toni.“

Jetzt also ist das private Leben des „Teufelskerls“ auf 172 Seiten „Anton ,Toni‘ Turek: Familienmensch, Freund, Kollege“ für jedermann nachvollziehbar. Von Babyfotos über Bilddokumente aus der Kriegszeit, inklusive der Info, dass Toni ein Granatsplitter niemals aus dem Schädel operiert wurde, sein Fußballerleben bis hin zu seinem Beruf bei der Rheinbahn – alles ist dokumentiert.

„Ich bin seit 1976 bei der Rheinbahn“, verrät Vorstandschef Klaus Klar. „Da war ich also noch ein Jahr mit Toni Turek zusammen Rheinbahner. Auch heute noch gibt es Kollegen im Unternehmen, die mit ihm zusammengearbeitet haben.“ Den Berichten von Zeitzeugen zufolge stand so mancher Arbeitskollege innerlich vor Ehrfurcht stramm, wenn er Anrufe entgegennahm und jemand namens Herberger (Nationaltrainer 1954), Walter (Spielgestalter der 54er Mannschaft) oder Rahn (Siegtorschütze im WM-Endspiel 54) Herrn Turek sprechen wollte.

So kramten die Tureks in Fotoalben und verschlossenen Koffern. Und auch das Rheinbahn-Archiv steuerte Wissenswertes bei. Auch eine Zahl, die Rückschlüsse auf Tureks Gehalt beim ÖPNV-Unternehmen zulassen. Der Deutshe Fußball Bund (DFB) musste, wenn er in den 1950er Jahren seine Auserwählten vom Arbeitsplatz wegholte, Ausgleichszahlungen leisten. Turek bekam gerade mal 18,49 Mark pro Tag vom DFB überreicht.

Das Buch ist im Grupello Verlag erschienen (ISBN 978-3-89978-350-6)