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Düsseldorf: Tödlicher Rheinbahn-Unfall: Experten prüfen die Kreuzung

Düsseldorf : Tödlicher Rheinbahn-Unfall: Experten prüfen die Kreuzung

Der tödliche Unfall an der Kreuzung Kettwiger Straße/Höherweg, bei dem am Samstag ein Tourist aus China ums Leben kam, wird Folgen haben. Wie immer bei solchen Ereignissen werden sich Experten der Polizei, des Amtes für Verkehrsmanagement und der Rheinbahn die Unfallstelle ansehen und dann entscheiden, ob dort die Ausstattung verbessert, also die Sicherheit erhöht werden kann.

Am Samstag ist ein Ehepaar an der Kreuzung von einer Bahn erfasst worden, der 54-jährige Mann starb, seine Frau wurde schwer verletzt. Das alles spielte sich vor dne Augen des 30-jährigen Sohnes des Paares ab. Die familie kommt aus China, die Eltern besuchten ihren Sohn, der in Düsseldorf lebt. Das Paar war offenbar bei Rot über die Kreuzung gegangen. Nun wird der Unfallort untersucht.

 Das Unfallaufnahmeteam der Polizei sicherte am Mittag die Spuren im Bereich des Gleisbetts auf der Kettwiger Straße.
Das Unfallaufnahmeteam der Polizei sicherte am Mittag die Spuren im Bereich des Gleisbetts auf der Kettwiger Straße. Foto: Bretz, Andreas

In der Stadt Düsseldorf hat es solche Maßnahmen nach schweren Unfällen mit Straßenbahnen schon häufiger gegeben. An vielen Übergängen hat die Stadt inzwischen sogenannte Springlichter (sie leuchten grell gelb, auf und ab springend!) installiert und auf dem Boden große Piktogramme aufgebracht. Sie weisen auf die kreuzende Bahn hin und bestehen aus einem deutlich spürbaren, vor allem wegen der Leuchtfarbe gut sichtbaren Material.

Weiter ging man an womöglich kritischen Stellen dazu über, Warn-Gongs zu schalten. In einem eher dumpfen Ton warnen sie vor den herankommenden Bahnen und sind kaum zu überhören. Über Eck laufende Begrenzungsgitter, die die Fußgänger zwingen, in Richtung der Bahn zu gehen und also auch zu schauen, runden das Ganze ab.

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Düsseldorf ist mit diesen Versuchen im Vergleich zu anderen Großstädten weit vorn, hat aber dennoch nicht signifikant niedrigere Unfallzahlen als Köln, Dresden oder Stuttgart. Es gibt in der Stadt pro Jahr zwischen 100 und 150 Unfällen mit Straßenbahnen, sagte gestern Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Die meisten gehen glimpflich aus, aber wenn es dann zu schlimmen Folgen kommt, seien sie besonders spektakulär. 2012 habe es 24 Straßenbahnunfälle mit betroffenen Fußgängern gegeben - und bei allen habe die Ursache bei den Fußgängern gelegen. Dennoch, so der Rheinbahnsprecher, untersuche man jeden Unfall und prüfe, ob man solche Umstände künftig verhindern könnte.

Experten haben die Rheinbahn aber auch schon vor zu viele Vorsorge gewarnt: Hört und sieht der Fußgänger zu viele Warnsignale, kann es passieren, dass er überfordert ist und die Gefahr ignoriert.

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