Düsseldorf: Tochter verklagt Mutter wegen Millionenerbe

Düsseldorf : Tochter verklagt Mutter wegen Millionenerbe

Am Landgericht wird der Fall um das Erbe eines Diskotheken-Besitzers verhandelt. Es geht um 3,5 Millionen Euro.

Im Streit um das Erbe eines Disko-Besitzers soll das Landgericht urteilen, wem das Millionenvermögen des 65-Jährigen zusteht. Per Klage erhebt die Tochter massive Vorwürfe gegen ihre Mutter (49). Zuletzt zeigte die Tochter ihre Mutter an wegen versuchten Prozessbetruges und äußerte den schlimmen Verdacht, ihre Mutter habe tatenlos zugelassen, dass der Disko-Besitzer starb. Ende Februar geht der Prozess in die nächste Runde.

2009 erlag der Mann in einer Bilker Wohnung einem Herzinfarkt. Seine Gattin und ein Begleiter (56) fanden ihn leblos, riefen den Notarzt. Da der Mann Jahre vorher schon eine Herzattacke und am Vorabend erneut Beschwerden hatte, gibt es am "natürlichen Tod" keine Zweifel. Er wurde eingeäschert.

Doch laut Klage seiner Tochter soll die Witwe noch am Todestag die Erbfolge zu ihrem Gunsten verfälscht haben. Die 49-Jährige habe mit ihrem Begleiter die Wohnung in Windeseile geplündert. Tatsächlich hatte sich der 65-Jährige vor Jahren von seiner Frau getrennt, war nach Bilk gezogen, soll laut Tochter die Scheidung geplant - und sein Vermögen von 3,5 Millionen Euro in einem neuen Testament der Noch-Gattin entzogen haben.

Doch die Mutter versichert, in der Wohnung weder ein Testament noch Wertsachen entdeckt zu haben. Die Tochter präsentiert aber Fotos. Da zunächst die Polizei kam, bis die Todesumstände geklärt waren, sei auf den Polizeifotos eine Uhr, ein Seidenteppich, ein Plasma-TV, ein Laptop und eine Ledercouch zu sehen.

Die Tochter sagt auch, es gab einen Tresor, den die Mutter angeblich wegschaffen ließ - mit dem neuen Testament des Vaters. Dieses Dokument habe er kurz vor dem Tod einer Freundin (43) gezeigt, die formell die Prokuristin der Disko war. Ihr (und deren Tochter) habe er die Disko darin vermacht, habe eine weitere Firma zwischen der Noch-Gattin und der nun klagenden Tochter aufgeteilt - und das einst mit der Gattin bewohnte Haus bei Langenfeld zur Hälfte der Tochter übertragen, die zudem alles Bargeld erben sollte.

Ob die Witwe ein Testament verschwinden ließ, ist unklar. Nun soll sie die Disko verkauft, die Leitung der anderen Firma ganz übernommen haben. Die Tochter geht weiter: Sie traut der Mutter zu, als Krankenschwester schon am Vorabend bei Telefonaten gemerkt zu haben, wie schlimm es um ihren Mann stand. Sie sei aber untätig geblieben, um ihn zu beerben. Das Gericht muss auf Klage der Tochter also die Bekannte des 65-Jährigen vernehmen - auch dazu, ob das beschriebene Testament überhaupt existiert hat.

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