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Düsseldorf: Tita Giese will Worringer Platz gestalten

Düsseldorf : Tita Giese will Worringer Platz gestalten

Sie brachte Yuccas auf den Stresemann- und Palmen auf den Ernst-Reuter-Platz. Jetzt hat die Künstlerin ein Konzept für den Verkehrsknotenpunkt entwickelt. Bei der Standortgemeinschaft kommt das an, bei den Pavillon-Künstlern nicht.

Bei der Eröffnung des von ihr neu gestalteten Ernst-Reuter-Platzes südlich der Berliner Allee hatte Tita Giese Mitte September die Gelegenheit genutzt, um dem neuen Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) ihre nächste Idee anzukündigen: ein Konzept für die Neugestaltung des ewigen Düsseldorfer Sorgenkinds, des Worringer Platzes. Der Verkehrsknotenpunkt in Hauptbahnhofsnähe war vor einigen Jahren für viel Geld umgestaltet worden - die Probleme löste das nicht: Der Platz ist unübersichtlich, oft verdreckt und in dem schwierigen Umfeld vor allem Treffpunkt für die Trinker- und Drogenszene.

Damit ist er besonders reizvoll für Tita Giese. Die Beuys-Schülerin hat sich darauf spezialisiert, Konzepte für schlecht funktionierende Plätze zu entwickeln. "Nicht-Plätze" nennt sie die und setzt meist exotische Pflanzen dorthin, wo der Verkehr besonders stark strömt. So hat sie auf dem Stresemannplatz Yuccas in Autoreifen gepflanzt, auf dem Ernst-Reuter-Platz Palmen, Bambus und hellen Kies kombiniert.

Den Worringer Platz möchte Giese zunächst freiräumen: Stände, Bänke, Abfalleimer, der von Künstlern genutzte gläserne Pavillon ("Gasthof Worringer Platz") - bis auf die acht Bäume soll alles weg. "Der Platz muss leergeräumt und transparent werden, damit die dunklen Ecken und Angsträume verschwinden", sagt Giese. Um die Bäume plant sie Bänke aus Beton mit integrierten Abfallbehältern, von Februar bis Oktober blühende Clematis und Bambus sollen die Bäume umranken, LED-Streifen sollen sie nachts zum Leuchten bringen.

Der Worringer Platz jetzt mit dem Kunst-Pavillon, Bänken aus Glasbausteinen und Verkaufsständen (die Karlstraße liegt rechts). Foto: Hans-Jürgen Bauer

Bei Rathaus-Chef Geisel stieß das Konzept laut Giese auf Wohlwollen, er bat sie jedoch, die Immobilien- und Standortgemeinschaft mit ins Boot zu holen. Deren Mitglieder sind laut dem Vorsitzenden Ralph Thomaßen vom Konzept begeistert. "Das wäre ein Aha-Effekt." Zudem entspreche ein offener, transparenter Platz den Wünschen der Geschäftsleute. "Da kann ich mir vorstellen, dass sich auch mal andere Leute hinsetzen und nicht immer dieselbe Klientel", so Thomaßen. Er hoffe deshalb, dass Gieses Vorschlag bei den Verantwortlichen im Rathaus genauso gut ankommt.

Kritik kommt von den Unterstützern des Kunst-Pavillons "Gasthof Worringer Platz", für den ein neuer Standort gefunden werden muss, falls Gieses Konzept umgesetzt wird. Manche der Kommentatoren auf der Facebook-Seite werfen Giese Arroganz vor und warnen, dass der Pavillon nicht den "Künstler-Gieseligkeiten zum Opfer" fallen dürfe. Auch SPD-Politiker Philipp Tacer übt Kritik und betont, die Bezirksvertretung 1 werde entscheiden.

(RP)