Düsseldorf: Tischtennis soll populärer werden

Düsseldorf: Tischtennis soll populärer werden

Borussia Düsseldorf plant, Kinder an die in vielen Stadtteilen vorhandenen Steinplatten zu holen.

Beinahe in jedem Park, jeder Grünanlage, auf Schulhöfen oder vor Freizeiteinrichtungen stehen sie meist aus Stein gehauen. Doch es sind keine 455 Kunstwerke, sondern Tischtennis-Platten mit einem "Metallnetz" in der Mitte, und sie sind jederzeit bespielbar.

Grund genug für Deutschlands erfolgreichsten Tischtennis-Verein, die Borussia aus Düsseldorf, sich Gedanken zu machen, wie dieses Potenzial für ihre Sportart sinnvoll eingesetzt werden kann. "Nach der grandiosen Weltmeisterschaft in Düsseldorf im vergangenen Jahr wollen wir die Tischtennis-Begeisterung befeuern", sagt Borussia-Manager Andreas Preuß. "Ich habe mich erinnert, wie ich mit Tischtennis angefangen habe. Das war als Kind in Bochum beim Rundlauf an einer Steinplatte." Später wurde Preuß Bundesligaspieler, Deutscher Meister, Meistertrainer und Manager des erfolgreichsten deutschen Sportvereins. Der Gedanke zur "Street Table Tennis Tour" war geboren. "Anders als immer gepredigt wird, wollen wir die Kinder auf die Straße, oder besser an die Steinplatten unter freiem Himmel bringen. In den nächsten drei Jahren werden wir bei Schul-, Pfarrfesten usw. aktiv werden", sagt Preuß.

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Der erste Termin steht bereits. Am 12. Mai beim Saisonstart der Graf-Recke-Stiftung wird die Borussia Schläger und Bälle für den Rundlauf stellen. Dabei geht es nicht um Spitzensport, sondern um Sportentwicklung. Es ist die Aufforderung, auch unabhängig von Vereinszugehörigkeiten, die Steinplatten im öffentlichen Raum zu nutzen. "Unser Sport benötigt neue Ideen, um noch mehr Menschen für Tischtennis zu begeistern. Insbesondere auch Menschen, die bisher nichts mit Tischtennis zu tun hatten. Dabei geht es um Breitensport, nicht darum, irgendwann den kommenden Weltmeister zu entdecken. Da ist die Street Table Tennis Tour ein willkommenes Projekt", sagt der Präsident des Tischtennis-Weltverbandes ITTF. Thomas Weikert. "Das Konzept kann man auf andere Städte und auch auf andere Nationen übertragen."

Die Borussen stießen mit ihrer Idee nahezu überall in der Stadt auf offene Ohren. "Wir haben uns das Thema Integration zur Aufgabe gemacht. Dabei nimmt die Integrationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen einen hohen Stellenwert ein. Die Idee, mit Sport auf der Straße Kinder jeglichen Alters und Herkunft zusammen zu bringen, ist gut. Im Sport braucht man nicht so viel Sprache, die Regeln werden von allen akzeptiert und zählen kann man mit den Fingern", sagt der Präsident des Lions Club Carlstadt, Dirk Andres. Der Lions Club gehört zu den Unterstützern der "Street Table Tennis Tour".

(RP)
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