Tipps: So schützen sich Frauen vor gewalttätigen Übergriffen

Polizistin gibt Seminar: So schützen sich Frauen vor gewalttätigen Übergriffen

Viele Frauen fühlen sich im öffentlichen Raum nicht wohl – besonders nachts und alleine. Das wurde schnell klar beim Seminar „Nicht mit mir“. In den Räumen des Gleichstellungsbüros gab eine Düsseldorfer Polizistin praktische Tipps.

Heyers arbeitet im Präventionskommissariat der Düsseldorfer Polizei und gab am Donnerstagabend Tipps, wie Frauen sich schützen können. Die meisten Übergriffe passierten nicht nachts im Park oder hinterm Bahnhof, sondern im persönlichen Umfeld, betonte sie.

Selbstbewusstsein ausstrahlen Frauen mit aufrechtem Gang und festem Schritt signalisieren: Ich lasse nichts mit mir machen. Augenkontakt suchen!

Schockmoment überwinden In gefährlichen Situationen sind wir für einen Moment aktionsunfähig. „Diesen Moment sollten Sie so schnell wie möglich überwinden“, so Heyers. Dabei hilft es, wenn man in Alltagssituationen gedanklich durchspielt, wie man auf Gefahren reagieren würde.“

Fliehen oder Hilfe alarmieren „Spielen Sie nicht die Heldin“, rät die Polizistin. In gefährlichen Situationen sollten Frauen sich möglichst entfernen. Wenn das nicht möglich ist: Passanten konkret ansprechen oder die 110 wählen, zur Not heimlich. „Die Kollegen in der Leitstelle sind geschult und ziehen aus der Situation den richtigen Schluss.“

Den Täter irritieren, sich wehren Heyers berichtet von einer Frau, die sich den Finger in den Hals steckte und sich auf den Täter übergab. „Meine Heldin Nummer Eins.“ Ihr Rat: „Eklig werden.“ Ansonsten: schreien, kratzen, beißen. Dann lässt der Täter vielleicht ab.

Waffen mit Bedacht wählen Finger weg von Messern – die können leicht den Besitzer wechseln. Von Pfefferspray rät Heyers ab: Zu oft weht es dem Opfer ins Gesicht statt dem Täter. Stattdessen empfiehlt sie Haar- oder Deospray. Weitere Empfehlung: Trillerpfeifen oder Schrillalarm aus dem Elektrohandel. Ein Haustürschlüssel zwischen den Fingern verstärkt die geballte Faust.

Alle Informationen zur Präventionsarbeit der Düsseldorfer Polizei finden Sie hier. Sie können Marion Heyers auch direkt ansprechen: telefonisch unter 0211 870 6820 oder per E-Mail: marion.heyers@polizei.nrw.de.

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