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Tipps der Verkehrswacht: Sicher durch die dunkle Jahreszeit

Tipps der Verkehrswacht : Mit Leuchtbändern sicher durch die dunkle Jahreszeit

Dunkel gekleidete Menschen werden erst aus einer Entfernung von 25 bis 30 Metern wahrgenommen. Es braucht nur wenig Aufwand, um schwerwiegende Unfälle zu vermeiden.

Die Verkehrsexperten Antonia Schnelle (Amt für Verkehrsmanagement), Simon Höhner (Verkehrswacht) und Jochen Schütt (Leiter der Verkehrsunfallprävention bei der Polizei) haben einige wertvolle Tipps, wie man sicher durch die dunkle Jahreszeit kommt.

Die dunkle Jahreszeit ist da und die Lichtverhältnisse sind schlechter: Schon bei Dämmerung sehen Menschen bis zu 80 Prozent weniger als im Hellen. Dunkel gekleidete Menschen werden erst aus einer Entfernung von 25 bis 30 Metern wahrgenommen.

Wenn man in Betracht zieht, dass ein Auto, das mit 50 Km/h unterwegs ist, bei guter Witterung einen Bremsweg von 28 Metern hat, ist die Möglichkeit für einen Unfall hoch. Hell gekleidete Personen hingegen werden bereits aus 40 bis 50 Metern erkannt und Menschen mit reflektierender Kleidung aus 130 bis 160 Metern. Es braucht also nur wenig Aufwand, um schwerwiegende Unfälle zu vermeiden. Die Verkehrsexperten Antonia Schnelle (Amt für Verkehrsmanagement), Simon Höhner (Verkehrswacht) und Jochen Schütt (Leiter der Verkehrsunfallprävention bei der Polizei) haben einige wertvolle Tipps, wie man sicher durch die dunkle Jahreszeit kommt.

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Für Autofahrer Für Autofahrer gilt es als erstes, ihr Auto winterfest zu machen. Dazu gehört zum einen die richtige Bereifung. Wer im Winter mit Sommerreifen unterwegs ist, erhöht insbesondere bei schlechter Witterung seinen Bremsweg erheblich. Das Licht sollte ebenso wie die Wischerblätter und das Frostschutzmittel gecheckt werden.. „Um gut zu sehen, sollte man auch die Scheiben möglichst schnell beschlagsfrei bekommen, und zwar bevor man losfährt“, so Schütt. „Starke Verkehrsteilnehmer haben eine Fürsorgepflicht Schwächeren gegenüber“ sagt Höhner.

Das bedeutet, dass Autofahrer ihre Fahrweise anpassen sollten. „Ein Tempolimit bestimmt nur die Höchstgeschwindigkeit. Erfordert es die Situation kann man auch gerne langsamer fahren. Man kann besser reagieren und die Überlebenschance eines Angefahrenen erhöht sich bei geringerem Aufpralltempo“, sagt der Experte. An Schulen, Kitas und Altenheimen sollten Fahrer besonders aufmerksam sein.

Brenzlige Situationen entstehen meist beim Rechtsabbiegen und beim Türöffnen, ohne auf Radfahrer zu achten. Ein Punkt liegt Höhner besonders am Herzen. „Autofahrer sollten dringend darauf verzichten einen U-Turn über die Gleise zu machen. Gerade im Dunkeln ist das häufig ein Problem. Bahnen haben einen sehr langen Bremsweg, der sich mit Laub auf den Gleisen, Schnee oder Eis noch verlängert. Das wird dann nicht nur für die Autofahrer, sondern auch für die Bahnnutzer gefährlich.“

Für Radfahrer Auch für Radfahrer gilt, dass sie ihr Verkehrsmittel einer gründlichen Überprüfung unterziehen sollten. Funktionieren die Bremsen? Haben die Reifen genug Profil, um noch zu greifen? Sind die vorgeschriebenen Reflektoren am Rad angebracht? Leuchtet die komplette Lichtanlage noch und ist sie so eingestellt, dass man selber etwas sieht, aber keinen blendet? Zusätzlich können Radfahrer sich mit Reflektierender Kleidung, Accessoires und auch reflektierendem Fahrradzubehör wie Körbe oder Kindersitze sichtbarer machen.

Schütt empfiehlt sich der Situation angepasst zu verhalten. „Nur, weil der Radfahrer den Autofahrer sieht, heißt das nicht, dass er auch gesehen wurde“, erklärt er. „Oft hilft es schon dort zu fahren, wo es vorgeschrieben ist, auf dem Radweg oder der Straße. Wer plötzlich vom Bürgersteig auf die Straße fährt, gefährdet sich“ fügt Höhner hinzu. „Und wenn es glatt ist oder Schnee liegt, würde ich empfehlen auf das Fahrrad zu verzichten“, so Schütt.

Für Fußgänger Helle Kleidung ist in unserer Gesellschaft nicht gerade beliebt. Da hilft es sich mit reflektierenden Accessoires auszustatten. Es muss ja nicht gleich eine unschicke Warnweste sein. Es gibt auch modische reflektierende Mützen, Rucksäcke, Schirme, Anhänger oder Bänder mit denen auch Erwachsene sich sehen lassen können. „Eltern sollten ein Vorbild für Kinder sein“, findet Schnelle. Senioren mit Rollatoren haben die Möglichkeit ihre Gehhilfen mit Reflektoren kenntlich zu machen. Kinder sind meistens schon ganz gut ausgestattet. Bei Kleidung und Tornistern sind Reflektoren oft schon mit eingearbeitet. „Bei älteren Kindern ist das häufig aber leider uncool und wird weniger getragen“ bedauert Schnelle. Auch mit einfachen Verhaltensregeln können Fußgänger für ihre Sicherheit sorgen.

„Viele nehmen nicht mehr bewusst am Straßenverkehr teil“, so Schnelle. „Gerade bei Dunkelheit sollte man sich nicht ablenken lassen und das Handy wegstecken“, fügt Höhner hinzu. Gibt es Ampeln oder Überwege sollten sie auch benutzt werden. „Der kürzeste Weg ist nicht immer der Sicherste“, so der Experte. Aber auch dort gilt es aufmerksam zu bleiben. Denn nicht immer ist klar, ob der Autofahrer beim Zebrastreifen den Passanten gesehen hat und eine grüne Ampel heißt nicht immer Sicherheit.

Für alle „Oft merkt man gar nicht, wenn die eigene Sehkraft nachlässt. Es wäre gut seine Augen öfter beim Arzt oder Optiker checken zu lassen. Und wer eine Sehhilfe hat, sollte sie auch benutzen“, rät Franz Czepiczaka von der Verkehrswacht.