Düsseldorf: Tipps der ausgezeichneten Umweltschützer

Düsseldorf : Tipps der ausgezeichneten Umweltschützer

Neun Schulen und Firmen wurden von der Stadt für ihre Konzepte zur alternativen Mobilität mit Preisen geehrt.

Die Stadt wächst und damit auch der Autoverkehr. Jeder, der aufs Auto verzichtet, entlastet die Umwelt. Eine ganze Reihe von Initiativen, Firmen, aber auch Schulen engagieren sich deshalb für umweltfreundliche Formen der Mobilität. Zehn von ihnen wurden am Mittwoch im Jan-Wellem-Saal bei der Verleihung des Umweltpreises geehrt. "Sie alle leisten einen vorbildlichen Beitrag zur Erhaltung der Luftqualität und damit der Lebensqualität insgesamt", erklärte Oberbürgermeister Thomas Geisel in seiner Rede. Allen voran der Gewinner des Wettbewerbs unter dem Motto "Mobil mit Stil - umweltfreundlich unterwegs": der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC).

Sabine von Zedlitz, Schulleiterin am Max-Weber-Berufskolleg, und Projektleiter Jens Wessel plädieren für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Außerdem möchten sie mit Mehrwegbechern den Müll reduzieren. Foto: Andreas Bretz

Seit 26 Jahren ist der Verein in der Landeshauptstadt aktiv, in den 1990er Jahren brachte er beispielsweise den Fahrradstadtplan für Düsseldorf heraus. 2008 wurde die Fahrradsternfahrt Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Mittlerweile bietet er geführte Radtouren, Radfahrschulen für Erwachsene und Beleuchtungsaktionen an, und im Fahrrad Info Zentrum (FIZ) an der Siemensstraße in Oberbilk berät der Verein ehrenamtlich rund um das Rad. Iris Franke, Vorsitzende des ADFC Düsseldorf, kündigte auch gleich an, wofür der Verein das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro investiert: in ein Lastenfahrrad. Das können sich Bürger bis zu drei Tage kostenlos ausleihen. Wenn sich der Einsatz bewährt, so die Hoffnung des ADFC, schaffen sich überzeugte Nutzer auch selbst ein Lastenfahrrad an.

Die zweithöchsten Geldprämien zu jeweils 1250 Euro gehen an zwei Schulen. Die Gemeinschaftsgrundschule Max-Halbe-Straße überzeugte mit drei Verkehrsprojekten. Um morgens Chaos durch Eltern-Taxis zu vermeiden, hat die Schule ein "Walking-Bus-System" organisiert. Dabei treffen sich Schüler an verschiedenen vereinbarten Punkten des Schulwegs, um ihn gemeinsam zu gehen. Erst mit Begleitung von Eltern, nach einiger Zeit alleine. Außerdem gibt es an der Schule ein intensives Radfahrtraining. Und schließlich haben sich die 183 Grundschüler mit ihren Familien beim Stadtradeln ins Zeug gelegt und mit 9852 Kilometern ihren Einsatz gegenüber dem Vorjahr beinahe verdreifacht. "Wir haben schon vor den Sommerferien dazu aufgerufen, das Fahrrad für die Aktion flott zu machen", sagt Schulleiterin Manuela Haverkamp, die kein Auto hat und jeden Tag und bei Wind und Wetter sechs Kilometer mit dem Rad zur Schule fährt.

Manuela Haverkamp, Leiterin der Grundschule an der Max-Halbe-Straße, hatte am Mittwoch wie immer ihre Regensachen im Rucksack. "Damit komme ich überall trocken an." Sie achtet darauf, täglich 25 Kilometer Rad zu fahren. "Das ist mein Fitnessprogramm.". Foto: Bretz Andreas

Ebenfalls mit 1250 Euro wurde die Joseph-Beuys-Gesamtschule für ihr zehnjähriges Engagement ausgezeichnet sowie für ihr Projekt Busschule, das Mobilitätsspiel "Schnappt Sie!" und die Ausbildung zu Fahrzeugbegleitern.

Weil viele Schüler des Max-Weber-Berufskollegs aus umliegenden Orten und dem Ruhrgebiet kommen, haben mehrere Bildungsgänge gemeinsam eine Mitfahr-App entwickelt. Mit ihr können sich die Schüler für die Anfahrt zum Berufskolleg zu Fahrgemeinschaften zusammentun. Eine Leistung, die mit 1000 Euro prämiert wurde.

500 Euro erhält die Verkehrswacht Düsseldorf für ihr Projekt "Schicke Minna", bei dem Bürger sich ein Lastenfahrrad kostenlos ausleihen können. Überhaupt standen die Lastenfahrräder bei der Preisverleihung hoch im Kurs. Das Atelier für Holzbearbeitung an der Birkenstraße wurde ausgezeichnete für den Einsatz von zwei dieser Räder, die bei kürzeren Strecken für Montagearbeiten eingesetzt werden. Urkunden gab es ebenfalls für die umweltfreundlichen Verkehrskonzepte von der Werkstatt für angepasste Arbeit, der Naturstromhandel GmbH, Henkel und die Katholische Paulusgrundschule.

(RP)
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