Feuerwehr: Tierrettungen: Oft sind sie falscher Alarm

Feuerwehr : Tierrettungen: Oft sind sie falscher Alarm

Die Feuerwehr ist der "Retter in der Not" - und das gilt neben Menschen auch für Tiere. Erst am Montag mussten verschiedene Düsseldorfer Feuerwehrstationen dreimal zu tierischen Einsätzen ausrücken. Aber solche "Notfälle" sind nicht immer ein Fall für die Feuerwehr.

"Einmal gab es einen Vogel in einem Kamin, der sechs oder sieben Etagen hinuntergefallen war", sagt Marc Vogel, Pressesprecher der Düsseldorfer Feuerwehr. In den zehn Jahren, die er dort nun schon arbeitet, hat er eine Menge gesehen: Eine Katze im Traktorgetriebe, Pferde, die im Stall umgefallen sind und nicht mehr von alleine aufstehen konnten, Füchse in der Innenstadt — die Palette ist bunt gefächert und reicht bis hin zu Giftschlangen, die aus Terrarien entkommen sind und sich stattdessen im Hausflur niederlassen — wie zum Beispiel eine Kobra in Flingern vor ein paar Jahren.

Für solche gefährlichen Fälle gibt es bei der Düsseldorfer Feuerwehr spezielle Fortbildungen und Sondertruppen. In besonderen Seminaren lernen die Einsatzkräfte den richtigen Umgang mit Reptilien und anderen Exoten, sowie medizinische Erstversorgung für den Fall der Fälle. Bei jährlich zwischen 300 und 500 Tierrettungen kann man nie wissen.

Ein weniger gefährlicher, aber ebenso ungewöhnlicher Fall ereignete sich im Juli 2009, als sich ein Eichhörnchen mit dem Kopf in einem Kanaldeckel verfing und durch einen besonderen Trick - mit Salatöl geschmeidig gemachtes Fell - von der Feuerwehr befreit wurde.

Dann gibt es natürlich die "klassischeren" Einsätze, die einem beim Thema "Tierrettung" als erstes in den Sinn kommen: Katzen, die nicht mehr von Bäumen herunterkommen, oder Ähnliches. Dazu macht Marc Vogel allerdings eine grundlegende Einschränkung: "Wir sind immer dann zuständig, wenn Gefahr für das Tier oder durch das Tier besteht." In so einem Fall ist die Feuerwehr verpflichtet, dem Tier oder den dadurch bedrohten Menschen zur Hilfe zu kommen. "Wenn aber keine Gefahr vorhanden ist, fällt das nicht mehr in die gesetzliche Vorschrift." Personen, die trotz fehlender Notlage auf einen Feuerwehreinsatz bestehen, müssten damit rechnen, die Kosten dafür tragen zu müssen.

In den meisten Fällen reiche jedoch eine Erklärung, um die besorgten Melder des "Notfalls" zu beruhigen: Katzen kommen im Normalfall von selbst überall herunter, und auch Hunde, die beispielsweise in einem Fuchsbau stecken geblieben sind, sind laut Vogel nicht auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen. Im Winter gibt es da noch ein weiteres Beispiel: "Manchmal meinen Leute, Schwäne seien im Eis stecken geblieben...was aber nie der Fall ist!"

Hier geht es zur Bilderstrecke: Verrückte Tierrettungen in Düsseldorf

Mehr von RP ONLINE