Fahrscheine bleiben hängen: Ticketpanne am Automaten

Fahrscheine bleiben hängen : Ticketpanne am Automaten

Bei einer bestimmten Witterung bleiben die Fahrkarten in den Automaten der Rheinbahn hängen. Nachdem die Ursache nun gefunden wurde, müssen rund 300 Automaten repariert werden.

Wer in der Straßenbahn ein Ticket kaufen möchte, hat einige Hürden zu überwinden: Den richtigen Tarif auswählen zum Beispiel oder genügend Münzgeld dabei haben. Aber selbst wenn das reibungslos geklappt hat, kann der Fahrgast Pech haben und trotzdem kein Ticket erhalten.

Aufgrund eines technischen Defekts kann es bei den Automaten der Rheinbahn sein, dass das Ticket nicht in den Ausgabe-Schacht fällt, sondern kurz darüber steckenbleibt. Nur wer genügend Fingerspitzengefühl besitzt, bekommt sein Ticket dann noch zu fassen.

Der Defekt besteht schon seit einer Weile: "Gut ein Dutzend Anrufer berichten uns im Monat von dem Problem", sagte Georg Schumacher, Unternehmenssprecher der Rheinbahn, gestern. "Wir haben uns zunächst an den Hersteller der Automaten gewandt. Dort war das Problem nicht bekannt."

So beschäftigten sich die Techniker der Rheinbahn mit dem Phänomen. Erst nach zahlreichen Versuchen konnte die genaue Ursache festgestellt werden. Offenbar hängt das Feststecken des Tickets mit dem Wetter zusammen. "Eine Kunststoff-Abdeckung vor dem Ausgabeschacht scheint sich bei einer bestimmten Witterung statisch aufzuladen", berichtete Schumacher. "Die aufgeladene Abdeckung zieht das Thermopapier, auf dem die Fahrscheine gedruckt werden, an wie ein Magnet. Das Ticket bleibt hängen. Die Luftfeuchtigkeit spielt dabei eine wesentliche Rolle."

Die von einer Papierrolle geschnittene Fahrkarte "klebt" förmlich an der Abdeckung und kann nicht in den Ausgabeschacht fallen. Die Rheinbahn-Techniker stellten bei ihren Versuchen fest, dass die Fahrscheine bei Automaten ohne Abdeckung immer in den Schacht fielen.

Nun soll die Kunststoff-Abdeckung aus sämtlichen Fahrkartenautomaten ausgebaut werden. Rund 300 fahrende Automaten sind in Düsseldorf unterwegs, bereits 160 ohne Abdeckung. "Bis Ende April werden wir alle Automaten umgebaut haben. Dann ist das Problem aus der Welt", sagte Georg Schumacher.

Bis dahin sollten den Fahrgästen durch den technischen Defekt aber keine Nachteile entstehen, sagte der Unternehmenssprecher. "Sobald unsere Techniker an einem solchen Fehler arbeiten, geben wir eine entsprechende Mitteilung an unsere Kontrolleure weiter." Wer nachgewiesene Probleme beim Ticketkauf hatte, brauche keine Sorge zu haben, als "Schwarzfahrer" behandelt zu werden. Allerdings überprüften die Kontrolleure die Automaten. "Das Problem ist kein Blankoscheck für Schwarzfahrer", sagte Schumacher.

Um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden, arbeitet ein ganzes Team von Rheinbahn-Technikern an der Weiterentwicklung der Automaten. Sie überprüfen und warten die Geräte. Die Experten reagieren dabei auch auf aktuelle Entwicklungen. Als vor einiger Zeit wiederholt der Geldscheineinzug an Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG zugestopft wurde, veränderten die Techniker die Automaten, um eine solche Manipulation auszuschließen.

Georg Schumacher ist im Großen und Ganzen mit den Fahrkartenautomaten zufrieden. "So ein Gerät ist ja nicht so einfach aufgebaut, wie es von außen aussieht." Die Automaten legten jeden Tag dutzende Kilometer zurück. Das "Geruckel" der Bahnen mache eine robuste Technik erforderlich, sagte der Unternehmenssprecher. Ab Mai sei die widerstandsfähige Technik der Automaten dann wieder wie gewohnt für die Kunden da. Dann soll der Fahrscheinkauf wieder funktionieren wie immer: Geld rein, Ticket raus.

(RP)
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