Düsseldorf: Thomas Jarzombek als Chef der Düsseldorfer CDU wiedergewählt

Düsseldorf: Thomas Jarzombek als Chef der Düsseldorfer CDU wiedergewählt

Der Kreisvorsitzende erhielt 82,5 Prozent der Stimmen. Als Stellvertreter wurden Angela Erwin und Peter Blumenrath bestätigt. Jarzombek griff OB Geisel frontal an.

Im Jahr von Landes- und Bundestagswahl setzen die beiden großen Volksparteien in Düsseldorf auf Geschlossenheit. Nach der SPD, die am Samstag Andreas Rimkus als Vorsitzenden deutlich im Amt bestätigte, kürte gestern Abend auch die CDU ihren Vorstand. Der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek, der vor drei Jahren den Vorsitz der Kreispartei übernommen hatte, wurde ebenso im Amt bestätigt wie seine Stellvertreter. 2015 hatte es mit Heidrun Leinenbach noch eine Gegenkandidatin gegeben, dies blieb dieses Mal aus. Auch die Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel und der Landtagsabgeordnete Peter Preuß, die damals offensiv gegen Jarzombek gearbeitet hatten und nach der Niederlage Leinenbachs nicht mehr für den Vize-Vorsitz angetreten waren, hielten sich diesmal zurück. Die wichtigsten Fakten:

Die Ergebnisse 293 stimmberechtigte Delegierte waren ins Haus der Ärzteschaft gekommen. Auf Jarzombek entfielen bei der Wahl zum Parteivorsitz 235 von 291 abgegebenen Stimmen (82,5 Prozent). Damit erzielte er ein besseres Ergebnis als 2015 (gut 77 Prozent). Dass das interne Klima dennoch belastet ist, bewiesen immerhin 50 Gegenstimmen. "Ich nehme die Wahl gerne an und freue mich auf die zwei herausfordernden Jahre, die wir gemeinsam gestalten werden", sagte Jarzombek. Angela Erwin (36) wurde mit 76,5 Prozent zur Stellvertreterin gewählt, für Peter Blumenrath (32) stimmten 85,3 Prozent.

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Die Bilanz Jarzombek griff in seiner Bewerbungsrede Oberbürgermeister Thomas Geisel frontal an und verglich ihn sogar mit Donald Trump. Er sei wie der US-Präsident ein "Deal Maker", der gestalterisch bislang bis auf den Grand Départ kaum etwas geliefert habe. Er verbreite auch "Fake News", wenn er, wie der 43-Jährige unter Gelächter ausführte, wie auf dem SPD-Parteitag NRW als wirtschaftliche Lokomotive für Deutschland bezeichne. "Die Mietpreise steigen weiter, auch wenn Geisel noch das letzte Fleckchen in Düsseldorf zubaut", sagte Jarzombek, der mehrfach von Applaus unterbrochen wurde. Beim RRX-Lärmschutz in Angermund müsse das Stadtoberhaupt "der Bahn die Zähne zeigen". Entweder die Bahn baue das ordentlich oder gar nicht, forderte der CDU-Chef. Unter dem Strich sei Geisel keinesfalls der Sympathieträger, als der er zu Beginn gegolten habe. "Sein Verhalten kann sehr unangenehm sein", in der Stadtverwaltung herrsche teils "nackte Angst". Man werde nach der Bundestagswahl damit beginnen, einen Gegenkandidaten zu suchen. Es müsse der Beste sein, sagt Jarzombek, besser als Kandidat und besser im Amt.

Die Anträge Bei einem Wahlparteitag dieser Art werden normalerweise keine Sachanträge behandelt. Dass die CDU um die richtige Haltung in der Flüchtlingsfrage ringt, zeigten gleich drei Anträge der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung in der CDU Düsseldorf. Dabei ging es um die Einhaltung des Dublin-Verfahrens, die rasche Herbeiführung von Rücknahmeabkommen mit allen sicheren Herkunftsländern sowie eine schnelle und konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, ausländischer Intensivstraftäter und von Gefährdern. Der Parteitag verwies die Anträge an die Themenwerkstatt der Partei.

(ujr)
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