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Thomas Geisel: "Kredite für neue Bäume denkbar"

Düsseldorf : Geisel: "Kredite für neue Bäume sind denkbar"

Am ersten Tag nach seinem deutlichen Sieg bei der Stichwahl positioniert sich der designierte Rathaus-Chef bereits zu wichtigen Themen. SPD und Grüne trafen sich am Montag zur Sondierung, am Dienstag treffen sich CDU und Grüne.

Nach der Jubel-Feier der SPD zum überraschend deutlichen Wahlsieg von Thomas Geisel bei der Stichwahl und nur einigen Stunden Schlaf ging für den designierten OB am Montag der politische Alltag weiter: im Akkord Interviews in den Räumen der Parteizentrale, am Nachmittag das zweite Sondierungstreffen der SPD mit den Grünen, dazwischen Positionierungen zu wichtigen Düsseldorfer Themen.

Dabei stehen der Orkan und die immensen Schäden in der Stadt für den 50-Jährigen an oberster Stelle. So plant Geisel eine rasche Soforthilfe mit städtischen Geldern für jene Sturmopfer, die auf die Entschädigung ihrer Versicherung warten müssen. Er denkt auch darüber nach, über die Zukunftswerkstatt mit den Aufräumarbeiten Arbeitsplätze im zweiten Arbeitsmarkt zu schaffen. Zudem ist Geisel sicher, "dass wir zur Beseitigung der Sturmschäden und dem Neupflanzen von Bäumen Kredite aufnehmen werden". Auch das Gartendenkmal Hofgarten müsse wieder aufgebaut werden. All das soll im breiten Konsens der Parteien entschieden werden.

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An anderer Stelle will Geisel weniger Geld ausgeben, kritisiert die von Amtsinhaber Dirk Elbers (CDU) im OB-Wahlkampf versprochene Tunnelvariante für die neue Stadtbahnlinie U 81. Vor wenigen Wochen hatte die Stadtspitze einen Schwenk vollzogen und statt der bisher geplanten zwölf Meter hohen Brücke zwischen Freiligrathplatz und Flughafen entlang der Lilienthalstraße einen Tunnel ins Gespräch gebracht. Der wäre bis zu 30 Millionen Euro teurer als die Brückenlösung. Insgesamt hält Geisel die U 81 inklusive einer späteren Rheinquerung Richtung Meerbusch für sinnvoll.

Die Grünen dürfte er in diesem Punkt an seiner Seite haben — eine gute Basis für das Sondierungsgespräch am Nachmittag, das zweite seit der Ratswahl am 25. Mai. Die FDP saß noch nicht mit am Tisch. Das Ziel dieser Kombination ist jedoch eine "Ampel"-Koalition aus SPD, Liberalen und Grünen. Sie hätte im neuen Stadtrat inklusive der Stimme von OB Geisel eine knappe Mehrheit von 42 der insgesamt 83 Stimmen. Teilnehmer berichteten nach dem Treffen von einer "freundschaftlichen Atmosphäre mit vielen inhaltlichen Übereinstimmungen", noch diese Woche werden weitere rot-grüne Gespräche geführt.

Erste Reaktionen von Thomas Geisel

Am Dienstag treffen sich die Grünen am Nachmittag mit der CDU. Dieses Bündnis käme ebenfalls auf eine knappe Mehrheit von 42 Stimmen. Ein Treffen mit SPD und FDP soll ebenfalls — vielleicht noch diese Woche — folgen.

Die breiteste Mehrheit im Stadtrat hätte mit 56 Stimmen eine große Koalition aus CDU und SPD. Thomas Jarzombek, Chef der Düsseldorfer CDU, hatte das zunächst ausgeschlossen, am Abend der Stichwahl SPD-Chef Andreas Rimkus aber doch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Eine Einladung für einen konkreten Termin hat Jarzombek bisher jedoch nicht ausgesprochen.

(cwo)