Düsseldorf: Thomas Beckmann spielt Cello gegen "Dügida"

Düsseldorf : Thomas Beckmann spielt Cello gegen "Dügida"

Der Cellist Thomas Beckmann hatte sich mit seinem Cello und "bangem Herzen in die Höhle des Löwen" gewagt, wie er selbst sagt: Er spielte gegen die "Dügida"-Demonstranten vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof an.

Thomas Beckmann ist Cellist und Gründer der Obdachloseninitiative "Gemeinsam gegen die Kälte". Er wurde 2013 für sein soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Unter dem Motto "Beckmann spielt Cello" stellt der Musiker seit Jahren mit Benefizkonzerten sein Können in den Dienst armer und obdachloser Menschen - und nun auch gegen "Dügida".

Das war nicht ohne Gefahr. "Obwohl es nicht mehr als 80 Mann waren, musste ich den Cellobogen fest in die Hand nehmen und auf mein kostbares Cello achten", sagte Beckmann. Ein Fotograf habe ihm gesagt, er sei beim Fotografieren mehrfach in den Rücken getreten worden. "Man muss jetzt das Herz in beide Hände nehmen. Feigheit ist hier fehl am Platze", erklärte der Cellist.

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Während er mit spielte, wurde Beckmann immer wieder von "Dügida"-Demonstranten verbal angegangen. Und so blieb es ein kurzes musikalisches Statement. "Die Situation ist aber nicht nur eine Katastrophe. Sie bietet uns eine Chance über religiöse und ethnische Grenzen hinweg. Wir können in dieser Stunde als Gesellschaft in einem säkularisierten Staat brüderlich zueinander finden. Was ich mit meiner Musik dazu beitragen kann, das möchte ich gerne tun", erklärte der Musiker.

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