1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Theaterlabor Traumgesicht unterrichtet Slow Acting in Düsseldorf

Theaterlabor Traumgesicht : Die neue Langsamkeit auf der Bühne

Der Verein Theaterlabor Traumgesicht bringt eigene Stücke auf die Bühne und Gibt Schauspielunterricht mit einer eigenen Methode.

Slow Acting heißt die Art des Schauspiels, die Wolfgang Keuter, Vorsitzender des Vereins Theaterlabor Traumgesicht, entwickelt hat. Dabei wird bewusst langsam gesprochen, zwischen den einzelnen Aussagen der Schauspieler bleiben Pausen. „So etwas ist man aus dem Fernsehen und dem modernen Theater nicht mehr gewohnt“, sagt Gianni Sarto, künstlerischer Leiter des Theaterlabors, der ebenfalls an der Entwicklung des Slow Actings beteiligt war. Aber: „Durch das geringere Tempo bleibt dem Publikum Zeit, das Gesagte zu verarbeiten.“

Die Methode des Slow Acting vermittelt der Verein in zweimal wöchentlich stattfindendem Schauspielunterricht sowie in Tages- und Wochenendworkshops, zu denen sich auch Nicht-Mitglieder anmelden können. Außerdem bietet das Theaterlabor Sprechtraining und Präsenzseminare an. Dabei lässt Vorsitzender Keuter auch meditative und spirituelle Elemente in das Schauspiel einfließen.

Das Theaterlabor Traumgesicht wurde 1985 in München gegründet, seit 2010 ist der Verein in Düsseldorf ansässig, seit 2018 mit eigenen Räumen auf dem Golzheimer Campus.

  • Kinder und Jugendliche basteln bei einem
    Ferienfreizeiten in Düsseldorf : Ein Recycling-Theater im Karton
  • Die Düsseldorfer Schauspielerin Anna Bachmann.
    Kinorolle für Anna Bachmann aus Düsseldorf : „Theater macht Spaß, doch Kino reizt sehr“
  • Die „Kultur-Fabrik“ startet am 20. August.
    Kultur in Wermelskirchen : Viel Theater auf dem Rhombus-Gelände
  • Die Jubilare in Uedem (von links):
    Jubilare : Schachklub Uedem zeichnet Routiniers aus
  • Bürger Lars Dietrich hat 2020 den
    Alle Aufführungen im Überblick : Das erwartet Kleves Theaterbesucher in der neuen Saison
  • Helmut Wuttke wurde von NRW-Umweltministerin Ursula
    Naturschutz in Radevormwald : Ministerium zeichnet Lachs-Initiative aus

Aus den Teilnehmern der Workshops und Schauspielkurse rekrutiert der Verein auch neue Mitglieder für sein festes Ensemble, das nach der Methode des Slow Acting eigene Produktionen zur Aufführung bringt. Die Truppe ist vom Absurden Theater inspiriert und legt wert auf Langsamkeit und ausgeruhte Bühnenpräsenz in Sprache und Bewegung.

Am vergangenen Samstag, 30. November, präsentierte sich das Theaterlabor bei seinem Tag der offenen Tür. Dabei gab es für die Besucher kurze Bühnenaufführungen, dazwischen war Zeit für Rekapitulation und Gespräche. Ein Format, dass die Vereinsmitglieder dem Publikum zeigten, war die „Szene aus verschiedenen Blickwinkeln“. Dabei studieren Kleingruppen oder einzelne Schauspieler jeweils eine Szene aus einem bekannten Stück unabhängig voneinander ein, um sie dann zu zeigen. „So sind zum Beispiel aus Molières Menschenfeind zwei vollkommen unterschiedliche Interpretationen entstanden“, erzählt Sarto. Daneben gab das English Theatre eine Vorstellung und die ehrenamtlichen Helfer wurden gewürdigt.

Als nächsten Programmpunkt veranstaltet das Theaterlabor zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane am Sonntag, 8. Dezember, ab 16 Uhr eine szenische Lesung aus dessen Roman „Effi Briest“. Weitere Infos zur Arbeit des Vereins und dessen Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.theaterlabor-traumgesicht-ev.de.

Dominik Schneider