Düsseldorf: TG 81 verspielt Hoffnung auf Platz eins

Düsseldorf : TG 81 verspielt Hoffnung auf Platz eins

Die Bezirksliga-Handballer aus Oberbilk unterlagen dem SV Wersten mit 19:25 und haben jetzt fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenersten Fortuna. Den Aufstieg will Trainer Edin Osnic aber ohnehin erst später anpeilen.

Bitter enttäuscht stürmte Trainer Edin Osnic nach der Schlusssirene aus der Halle. Immer wenn seine Handballer von der TG 81 mit einem Sieg den entscheidenden Schritt an die Spitze machen und ihre Position festigen könnten, verlieren sie. So war es auch diesmal: Mit 19:25 unterlagen die Oberbilker gegen den SV Wersten 04 und purzelten von Platz zwei hinunter auf fünf, statt drei sind es nun fünf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf.

Osnic hatte bereits in der Vorwoche böse Ahnungen. Da war seine Truppe nur sehr mäßig aus der Winterpause gekommen, hatte sich beim 27:19-Sieg gegen das abgeschlagene Schlusslicht SFD 75 sehr schwer getan. Da zählte als Ausrede auch nicht die Tatsache, dass man ersatzgeschwächt nur mit einer Rumpfmannschaft angetreten war. Vor der Willenskraft der Werstener hatte Osnic schon vor dem Anpfiff gewarnt. "Die kämpfen bis zur Schlusssekunde", hatte er prophezeit. Genau so kam es: Seine Mannschaft führte zur Halbzeit zwar mit 10:8 und war dank guter Abwehrleistung auf einem guten Weg, doch nach dem Wechsel kippte die Partie. Während die Gäste weiterkämpften, ließ die TG 81 nach einer Viertelstunde immer mehr nach.

"Es gab für uns ein paar unglückliche Situationen: Pfostenschüsse und Abpraller, die den Werstenern in die Hände fielen und zu Tempogegenstößen führten. Da ist unser ganzes Gefüge zusammengebrochen, unsere Konzentration hat nachgelassen. Wir haben uns nicht mehr gewehrt und in Folge ein Tor nach dem anderen kassiert", sagte Osnic. In solchen Situationen vermisst der Coach eine Autorität in seiner Mannschaft, die das Spiel ordnen und in die richtigen Bahnen lenken kann. "Wir waren über weite Strecken kämpferisch gut, aber uns fehlt einfach ein Führungsspieler, der im richtigen Moment die richtigen Dinge tut." Osnic hatte sich selbst eingewechselt, wurde aber von den Werstenern in Manndeckung genommen und konnte auch nicht helfen. Bester TG-Akteur war Frank Bendzko, aber ausgerechnet er bestritt gegen Wersten sein Abschiedsspiel, weil er nach Ostdeutschland umzieht.

Die Hoffnung auf Platz eins ist bei der TG durch die Niederlage dahin. "Platz zwei ist bei zwei Punkten Rückstand aber noch machbar und unser Ziel", sagt Osnic. Für den 37-jährigen Bosnier wäre der Aufstieg in die Landesliga dieses Jahr ohnehin zu früh gekommen. "Im Augenblick haben wir mit unserem Kader in der Landesliga nichts zu suchen. Wir wären vermutlich direkt wieder abgestiegen, und das wäre nicht gut für die Moral der Mannschaft", sagt der Coach. Er möchte sein Team Schritt für Schritt entwickeln, sich in der nächsten Saison möglichst an der Tabellenspitze etablieren und dann im nächsten Jahr den Aufstieg versuchen.

Kurios ist die Auswärtsschwäche der Oberbilker. Sie haben in der laufenden Saison erst eine Partie in fremder Halle gewonnen - mit 31:22 beim Vorletzten TuS Lintorf II. Die Spiele beim TV Ratingen II (20:24), bei Fortuna Düsseldorf (19:26) und die SG Zons (27:30) gingen allesamt verloren. Beim SV Wersten gab es ein 24:24-Remis.

So auswärtsschwach die Schwarz-Weißen in der Fremde agieren, so stark treten sie in ihrer engen Heimfestung an der Färberstraße an: Sie hatten bis zum jüngsten Wochenende dort alle Partien gewonnen, gegen die HSG Jahn 05/SC West II (30:23), die SG Ratingen 2011 II (30:20), den Meerbuscher HV (26:20), die TSG Benrath(23:21) und schließlich den SFD 75 (27:19).

(RP)
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