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Testzentrum in Düsseldorf: Warum Türsteher den Corona-Test machen

Testzentrum in Düsseldorf : Warum Türsteher den Corona-Abstrich machen

Im Düsseldorfer Corona-Testcenter an der Mitsubishi-Electric-Halle arbeitet Personal ohne medizinische Qualifikation. Für die Patienten soll das keine Nachteile haben.

Tausende Leute wurden in den vergangenen vier Monaten an der Mitsubishi Electric Halle in Oberbilk auf das Coronavirus getestet. Ende März hatte die Stadt dort das erste Drive-in-Diagnosezentrum in Düsseldorf in Betrieb genommen. Wer dort zum Abstrich hinkommt, wird aber – anders als man es vielleicht erwarten würde – mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von medizinisch geschultem Personal betreut.

Etwa 80 Mitarbeiter sind in dem Diagnosezentrum in Oberbilk tätig, sie arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb, um Verdachtsfälle, Reiserückkehrer und das städtische Kita- und Schulpersonal kostenlos zu testen. Die meisten von ihnen sind nach Angaben der Stadt Düsseldorf bei der Firma Special Security Services angestellt, die für die städtische Veranstaltungsfirma D.Live arbeitet. Anfangs hatten auch Bademeister der damals noch geschlossenen Schwimmbäder ausgeholfen und Abstriche genommen. Grund dafür seien vor allem Kapazitätsprobleme bei den Ärzten, sagt Klaus Göbels, Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes.

Für die Patienten soll es aber nicht von Nachteil sein, dass nicht nur medizinisches Personal die Abstriche macht. „Ein gut gemachter Rachen-Abstrich reicht für die Diagnose vollkommen aus“, sagt Klaus Göbels. Generell müsse man unterscheiden zwischen einem Rachen-Abstrich und einem Nasen-Rachen-Abstrich. Standard sei der Rachen-Abstrich, bei dem Speichel mit einem Stäbchen von der Rachenhinterwand für den Corona-Test aufgenommen wird. „Diesen Abstrich kann man delegieren, wenn man das Personal einweist und kontrolliert“, sagt der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes. „Im Testcenter werden alle Abstreicher anfangs von Ärzten eingewiesen, zudem gibt es jeden Tag ein weiteres Briefing.“

Komplizierter sei der Nasen-Rachen-Abstrich, bei dem der Tupfer in die Nase eingeführt wird. Diese Aufgabe wird ausschließlich von medizinischem Personal übernommen, heißt es. Zu jeder Zeit sei ein Arzt vor Ort, der je nach Situation und Patient auch einen Nasen-Rachen-Abstrich machen kann. Babys und Kleinkinder beispielsweise werden immer von medizinischem Personal behandelt, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes. Und auch Menschen, die unter einem extremen Würgereiz leiden, könnten bei Bedarf dann von Ärzten behandelt werden.

(veke)