Reste beim Baggern freigelegt: Teile der ersten Stadtmauer gefunden

Reste beim Baggern freigelegt : Teile der ersten Stadtmauer gefunden

Die Bauarbeiter für den neuen Kanal in der Ursulinengasse lieferten einen wichtigen historischen Beweis: Die erste Stadtmauer, die zur Zeit der Stadterhebung Düsseldorfs 1288 errichtet wurde, bestand nicht aus einem Palisadenzaun, sondern aus massivem Gestein.

Reste dieser Mauer wurden jetzt beim Baggern freigelegt, vom Schmutz befreit. Archäologen untersuchen den Fund.

"Dass in diesem Bereich die erste Stadtmauer verlaufen musste, war aufgrund alter Pläne zu vermuten", erklärte Edmund Spohr, der die Ausdehnung der alten Stadt und ihre Befestigungen untersucht hat. Unter Berücksichtigung der alten Pläne war auf seine Anregung hin ein Umriss der Stadtmauer in das Pflaster der Ursulinengasse eingelassen worden. Etwa in der Verlängerung dieser Markierung stießen die Bauarbeiter relativ knapp unter der Erdoberfläche jetzt auf die Mauerreste. Bei den folgenden Arbeiten wird jetzt nach weiteren Abschnitten der Stadtbefestigung gesucht. Sie müssten im Bereich der Ritterstraße Richtung Rhein verlaufen, wenn sie die Explosion eines Pulverturms überdauert haben.

Die Mauer von 1288 ist die erste Umgrenzung der Stadt, die damals zwischen Rhein, Düssel, Ursulinengasse und Ritterstraße lag. 1394 wurde Düsseldorf erweitert und reichte im Osten bis zur Straße Ratinger Mauer. Reste dieser Befestigung wurden bei der Erweiterung der Kunstsammlung NRW gefunden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden dann Festungsbollwerke errichtet, von denen Teile beim Bau der Wehrhahnlinie und Kö-Bogens zutage befördert werden.

(RP)