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Düsseldorf: Taxipreise sollen um 30 Prozent steigen

Düsseldorf : Taxipreise sollen um 30 Prozent steigen

Die Politik will es den Betrieben ermöglichen, die Mehrkosten durch den Mindestlohn aufzufangen.

Das Taxifahren in Düsseldorf könnte im kommenden Jahr erheblich teurer werden. Der Verkehrsausschuss wird in seiner nächsten Sitzung über eine Vorlage abstimmen, nach der eine durchschnittliche Fahrt in Düsseldorf (fünf Kilometer) rund 30 Prozent teurer wird. Das wurde am Rand der Ratssitzung durch Verkehrspolitiker bekannt. Der Kilometerpreis steigt demnach von 1,90 auf 2,20 Euro.

Hintergrund der geplanten Erhöhung ist der flächendeckende Mindestlohn von 8,50 Euro, der ab 2015 auch für die Taxibranche gilt. Die Ordnungskräfte haben bereits damit begonnen, Unternehmen des Taxigewerbes verstärkt auf Schwarzarbeit zu überprüfen, und planen für die Zeit nach dem Jahreswechsel umfangreiche Kontrollen auf Verstöße gegen die Lohnuntergrenze. Um den Firmen zugleich eine realistische Möglichkeit zu geben, den Mindestlohn zu zahlen, wird nun die Preiserhöhung auf den Weg gebracht.

Düsseldorf orientiert sich dabei an einer Empfehlung des Städtetags und des Bundesverbandes der Taxifahrer. Dieser Empfehlung liegt eine Berechnung zugrunde, die einen durchschnittlichen Ein-Mann-Betrieb nimmt und weitere Fahrer einbezieht, mit denen der Unternehmer sein Fahrzeug rund um die Uhr betreiben kann. Wenn er diesen den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro zahlt, ergibt sich ein Gesamtpreis, der die beschriebene Erhöhung erforderlich macht. Andere Städte wie beispielsweise Stuttgart und Frankfurt bereiten ähnliche Änderungen vor.

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Taxifahrer verdienen derzeit zwischen 6,50 und 7,50 Euro in der Stunde, die Betriebe müssen also ab dem kommenden Jahr mit teils erheblichen Mehrkosten für Personal zurechtkommen. Allerdings ist unter Düsseldorfs Taxifahren umstritten, ob eine so starke Preiserhöhung sinnvoll ist - möglicherweise bleiben dann viele Kunden weg. Die Taxi-Genossenschaft hatte der Politik im Juli eine moderatere Erhöhung von nur fünf Prozent vorgeschlagen. "Höhere Preise sind auf jeden Fall nötig", sagt Dennis Klusmeier von der Taxi-Genossenschaft. Zu den aktuellen Plänen wollte er sich noch nicht äußern, da die Politik ihn noch nicht informiert habe.

(ak/arl/hdf)