Düsseldorf: Taxi-Chef wehrt sich gegen Privat-Droschken

Düsseldorf : Taxi-Chef wehrt sich gegen Privat-Droschken

Ein Hobby-Chauffeur-Vermittler aus den USA will deutschen Taxis Konkurrenz machen. Der Internet-Dienst Uber startet im Sommer auch in Düsseldorf. Dennis Klusmeier, Chef der Taxigenossenschaft, hält das Angebot für nicht zulässig.

Düsseldorf wird eines der nächsten Ziele des privaten Taxi-Konkurrenten Uber. Das US-Unternehmen ist in Berlin bereits gestartet. In den Sommermonaten möchte man das Angebot auch auf Düsseldorf ausweiten.

Das Geschäftsmodell von Uber sieht vor, dass Kunden mit einem Computerprogramm auf dem Smartphone ein Fahrzeug buchen und anfordern, das entweder von einer Privatperson oder dem Fahrer einer Mietwagenfirma gesteuert wird. Uber Pop nennt die Firma ihr System. Fahrten sollen etwa 20 Prozent billiger sein als herkömmliche Taxifahrten. Der Fahrer hat aber keinen Taxischein.

Düsseldorfs Taxifahrer laufen Sturm gegen den neuen Konkurrenten aus Übersee. "Es gibt ohnehin schon zu viele Taxis in Düsseldorf. Das macht den Markt so eng, dass man kaum davon leben kann", sagt ein Taxifahrer, der täglich den Stand an der Blumenstraße anfährt. Komme noch ein weiteres Dumping-Angebot, könne "er seinen Job an den Nagel hängen und woanders arbeiten", sagt der Mann verbittert. Der Chef der Düsseldorfer Taxi-Genossenschaft, Dennis Klusmeier, sieht das neue Angebot von Uber mit privaten Fahrern äußerst kritisch. "Ich bin kein Jurist, aber nach meiner Auffassung ist es illegal", sagt Klusmeier. Es sei in Deutschland nicht erlaubt, Menschen gewerbsmäßig zu fahren, ohne einen Spezialführerschein - den Personenbeförderungsschein zu besitzen.

Gegen das Vorgehen klagen wollen die Düsseldorfer Taxi-Unternehmer zunächst nicht. Man warte das Vorgehen der Dachverbände ab. Klusmeier setzt aber auf die bestehenden Regelungen. "Bereits vor etwa drei Jahren gab es immer wieder illegale Taxifahrer: Privatleute kamen jeden Tag zum Flughafen, um sich Passagieren als Fahrer anzubieten." Damals habe die Polizei und der Zoll aber gemeinsam massiv durchgegriffen.

Und wenn Uber mit seinen Privat-Chauffeuren doch durchkommt? "Das wäre eine massive Wettbewerbsverzerrung", sagt Klusmeier, der selbst auch die Lizenz für ein Taxi hat und rechnet vor: "Die Versicherung für meinen Privatwagen kostet etwa 700 Euro im Jahr, die für mein Taxi aber mindestens 7600 Euro."

Nicht neu dagegen sei die Konkurrenz durch professionelle Chauffeure, die auch mit der Uber-App geordert werden können. Dieses Modell, in der Taxibranche spricht man vom "Mietwagen", ist in Düsseldorf bereits heute etabliert. 386 dieser Fahrzeuge mit Limousinenservice gibt es in der Stadt - zum Teil schon seit Jahrzehnten. Manche haben feste Verträge mit Firmen. Die Unterschiede zum Taxi: Die Fahrzeuge haben nicht das charakteristische Gelb, sie dürfen nicht an Taxiständen stehen und vor allem dürfen sie keine Fahrgäste auf freier Strecke aufnehmen. Tun sie es doch, droht eine saftige Strafe. Erst vor einem Jahr hatte der Münchener Autovermieter Sixt angekündigt, den Düsseldorfer Taxi-Markt aufmischen zu wollen. Mit dem Produkt "myDriver" bietet er einen Limousinenservice für den Raum Düsseldorf an. Die Preise sollen sich leicht unter denen für eine Taxifahrt bewegen. Die Fahrzeuge müssen mindestens eine Stunde vor Fahrtantritt im Internet auf der Seite www.mydriver.de oder telefonisch bestellt werden. Kurz zuvor hatte der Limousinen-Anbieter Blacklane einen ähnlichen Service für Düsseldorf gestartet.

Tatsächlich ist der Düsseldorfer Taximarkt besonders schwierig. Es gibt mehr als 1200 Fahrzeuge. Zu Messezeiten sind die Autos ausgebucht. In normalen Phasen kämpfen die Taxibetreiber aber ums Überleben. Taxi-Chef Klusmeier hatte sich daher bereits Ende vergangenen Jahres für eine Verringerung der Zahl der Taxilizenzen ausgesprochen. So sollte die Auslastung verbessert werden.

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(RP)
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