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Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller: Tarifstreit bei Zamek ist beigelegt

Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller : Tarifstreit bei Zamek ist beigelegt

Nach einer langwierigen Auseinandersetzung mit Streiks und diversen Gerichtsprozessen haben sich der Düsseldorfer Fertigsuppenhersteller und die Gewerkschaft NGG auf einen Haustarifvertrag geeinigt. Die Beschäftigten erhalten 3 Prozent mehr Geld, ab 2014 noch einmal 3,25 Prozent mehr.

Über viele Monate zog sich der Tarifstreit beim Fertigsuppenhersteller Zamek. Seit mehr als einem Vierteljahr gab es immer wieder Streiks. Zwischenzeitlich schien die Situation zu eskalieren, als beleidigende Parolen während der Kundgebungen plötzlich sogar zum Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen wurden. Nun haben sich das traditionsreiche Familienunternehmen mit Sitz im Düsseldorfer Süden und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG geeinigt und einen Haustarifvertrag beschlossen. Die Mitarbeiter erhalten rückwirkend zum September drei Prozent mehr Geld, im Januar 2014 folgt eine weitere Erhöhung um 3,25 Prozent. Auch das 13. Gehalt wird in voller Höhe bezahlt. Beide Seiten zeigten sich gestern zufrieden mit dem Ergebnis, dem 94 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder bei einer Urabstimmung zustimmten. Morgen soll der Haustarifvertrag unterzeichnet werden.

"Die vereinbarten Lohnerhöhungen sind deutlich moderater als die Regelungen des Manteltarifvertrages und für uns tragfähig", sagten die Zamek-Geschäftsführer Petra Zamek und Michael Krüger, die von einem akzeptablen Kompromiss sprachen. "Uns war wichtig, dass wir auch weiterhin international wettbewerbsfähig bleiben." Zunächst gescheitert ist das Unternehmen dagegen mit dem Wunsch, künftig anstelle des 13. Monatsgehalts eine vom Unternehmenserfolg abhängige Prämie zu zahlen. Eine solche Flexibilisierung habe man sich gewünscht, sagte Krüger: "Aber hier war die NGG nicht gesprächsbereit."

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Bei der Gewerkschaft zeigte man sich ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen. "Das ist ein großartiger Erfolg nach einer so lang andauernden und außergewöhnlichen Tarifauseinandersetzung", sagte NGG-Verhandlungsführer Dieter Schormann. Der Manteltarifvertrag behält aus seiner Sicht ohne Abstriche seine Gültigkeit. Dass man sich letztlich dennoch auf einen Haustarifvertrag geeinigt habe, mache dabei keinen Unterschied, fügte er hinzu.

Besonders erleichtert zeigte sich die Gewerkschaft darüber, dass die Kündigungen zweier Betriebsräte und zweier weiterer Mitarbeiter zurückgenommen wurden. Hintergrund waren beleidigende Parolen, die die Betroffenen bei Kundgebungen im Rahmen des Tarifstreits skandiert haben sollen. Zamek und die NGG hatten vor Gericht über die Entlassung der Beschäftigten gestritten. "Wir wollten die Sache weiter befrieden", sagten die Geschäftsführer des Unternehmens.

Beide Seiten betonen, dass die Produktion nun ohne weitere Verzögerungen oder Beeinträchtigungen weitergehen soll. "Wir werden unvoreingenommen auf die Mitarbeiter zugehen und denken, dass auch sie guter Stimmung sein werden", sagten Petra Zamek und Michael Krüger. Auch die Gewerkschaft wies darauf hin, die Beschäftigten hätten niemals etwas gegen ihren Arbeitgeber gehabt. "Sie haben immer zu Zamek gestanden und wollten nur faire Arbeitsbedingungen erstreiten." Dies sei nun gelungen, worauf die Mitarbeiter stolz seien. "Jetzt freuen sie sich, unter diesen Bedingungen weiter bei Zamek tätig zu sein."