Berufsorientierung in Düsseldorf Talente-Parcours „Komm auf Tour“ mit 700 Schülern

Düsseldorf · Viele Schüler stellen sich nach dem Abschluss die Frage: „Was jetzt?“ Die Veranstaltung „Komm auf Tour“ möchte jüngeren Schülern in Düsseldorf bei der Berufswahl spielerisch helfen.

In einer Zeitkapsel können die Schüler beim Erlebnisparcours sagen, wo sie sich in zehn Jahren sehen.

In einer Zeitkapsel können die Schüler beim Erlebnisparcours sagen, wo sie sich in zehn Jahren sehen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Die Moderatorin „Futurista“ fragt die 30 Schüler: „Wer hat am Ende des Monats noch Taschengeld übrig?“. Fast die Hälfte der Kinder halten die Hand hoch. Die Moderatorin ist überrascht. Die Frage ist Teil des „Komm auf Tour“-Parcours in dem Mercedes-Werk, der den Schülern von Förder-, Haupt- und Gesamtschulen zur Berufsorientierung dienen soll. 725 Siebtklässler aus verschiedenen Düsseldorfer Schulen sind bei der ganzwöchigen Veranstaltung dabei. Der Erlebnisparcours besteht aus vier Stationen, an denen die Kinder interaktiv Probleme lösen sollen.

In der Halle ist ein kleines Theater, ein Labyrinth, ein Kinderzimmer und ein Tunnel aufgebaut. Das Theater soll die Kinder ermutigen, aus sich herauszukommen und in andere Rollen zu schlüpfen. Das Labyrinth soll die Orientierung fördern und im „Zukunftstunnel“ können die Schüler untereinander ihre Träume und Vorstellungen von der Zukunft teilen. Das Zimmer müssen die Siebtklässler auch aufräumen. „Sie lernen, ordentlich zu sein“, erklärt Futurista.

Die Klassen werden in kleine Gruppen aufgeteilt und widmen sich alle 15 Minuten einer neuen Station. Dabei sammeln sie Sticker, die jeweils für eine Stärke stehen. Diese Sticker werden von Lehrkräften und Mitarbeitern ausgehändigt. Die Kinder können dann am Ende des Parcours anhand der Sticker erkennen, was ihre Stärken sind.

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche erklärt, dass der Erlebnisparcours Schülern die Möglichkeit biete, ihre individuellen Stärken, Interessen und Talente auf spielerische Art und Weise entdecken und weiterentwickeln zu können. „Es geht noch nicht direkt um den Beruf“, erklärt er. „Die Kinder sollen erkennen, dass es Spaß macht, mit ihren Kompetenzen zu arbeiten und ihre Talente mit Berufsmöglichkeiten zu verknüpfen.“

Somit könne die Berufswahl erleichtert werden. „Die frühe Berufsorientierung soll vor der Arbeitslosigkeit nach der Schule schützen“, erklärt der Stadtdirektor. „Wenn die Schüler bereits vor ihrem Abschluss wissen, in welche Richtung sie beruflich gehen möchten, dann müssen sie nicht einen Beruf anfangen und ihn dann abbrechen“. Somit würden sich, so Michael Hellmann, Standortleiter des Mercedes-Werks, keine Lücken in der Industrie bilden.

„Das Projekt kommt auch bei Schülern gut an“, sagt Moderatorin und Veranstalterin Hanan Gröger. Alex und Sükrü haben auf jeden Fall Spaß. „Jede Station ist anders und irgendwie eine Überraschung“, erklärt Alex. Der 13-Jährige hat bei der Theater-Station sein Lampenfieber überwunden. „Das Theater war echt lustig und ich habe mich viel getraut“, sagt Sükrü. Roberto fand das Labyrinth am besten. „Ich war am Anfang verwirrt, dann habe ich es aber doch aus der Sackgasse geschafft“.

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