SwimRun Düsseldorf: Medaille und Siegerkuss warten im Ziel

SwimRun in Düsseldorf : Medaille und Siegerkuss warten im Ziel

Bei der dritten Auflage des Wettbewerbs „SwimRun“ im und rund um den Unterbacher See gingen 180 Teilnehmer an den Start.

Im Ziel bekam Anja von Gerhardt zunächst eine Medaille umgehängt, danach gab es einen Siegerkuss von ihrem Freund. Dann hieß es erst einmal bei aller Freude mehrmals tief durchatmen und den Puls drosseln. Die schnellste Frau im Feld beim dritten SwimRun im und rund um den Unterbacher See in Düsseldorf war im Ziel ganz außer Atem, aber mehr als glücklich. Denn mit dem Sieg in der Einzelkonkurrenz hatte sie nicht gerechnet: „Ich hatte auf einen Platz auf dem Treppchen gehofft, umso schöner ist es jetzt für mich.“

Die Duisburgerin, die für den AS Neukirchen-Vluyn startet, absolvierte beim SwimRun die Classic-Strecke – aufgeteilt in fünf Lauf- und vier Schwimmabschnitte mit einer Gesamtlänge von 15 Kilometer – unter zwei Stunden. Weil sie sich an Land wohler als im Wasser fühlt, wäre sie am Rennende beim Schwimmen fast noch von der Konkurrenz eingeholt worden. Besonders schlimm hätte die 43-Jährige dies aber nicht gefunden: „In erster Linie steht wirklich der Spaß im Vordergrund, wir verdienen ja kein Geld mit dem Sport. Aber wenn man einen Wettkampf bestreitet, dann möchte man schon so gut wie möglich abschneiden – ein bisschen Ehrgeiz ist also doch mit dabei“, sagte von Gerhardt, für die es erst der zweite SwimRun ihres Lebens war, und lachte.

Seit drei Jahren ist die Siegerin Triathletin und steigt normalerweise dafür auch noch auf das Fahrrad. Für den SwimRun stellte sie extra ihr Training um, indem sie die Einheiten auf dem Rad reduzierte und stattdessen zum Beispiel mit nassen Schuhen laufen ging, um ein Gefühl für den außergewöhnlichen SwimRun-Wettkampf zu bekommen. „Da wird man schon manchmal komisch angeguckt“, berichtete die 43-Jährige, die normalerweise drei Lauf-, drei Schwimm- und drei Radeinheiten in der Woche abspult – und das als alleinerziehende Mutter. Wegen des Nachwuchses ist es für sie auch nicht immer einfach, das Training zu planen. Im nächsten Jahr will von Gerhardt aber auf jeden Fall wieder in der Top-Form sein, um ihren Titel zu verteidigen: „In Düsseldorf ist eine besondere Atmosphäre und die Strecke liegt mir auch.“

Solche Sätze hören Florian Skiba und Swen Klußmeier gerne. Sie organisieren die SwimRun-Veranstaltungen im Umfeld deutscher Großstädte und wollen den noch jungen Sport bundesweit bekannter machen. „Er hat einen Outdoor-Adventure-Charakter, ist aber bei uns in Deutschland noch nicht so populär“, sagte Florian Skiba. Immerhin kamen in diesem Jahr über 180 Aktive an den Unterbacher See und stellten damit einen neuen Teilnehmerrekord auf – teilweise meldeten sich Sportler aus Finnland, Tschechien und den Niederlanden an. „Das Wetter spielt natürlich auch immer eine entscheidende Rolle. Aber im nächsten Jahr würden wir gerne die 200er-Anmeldezahl durchbrechen“, sagte Swen Klußmeier.

Dies würde auch Peter von Rappard freuen. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Unterbacher See hält den SwimRun für den passenden Saisonabschluss. „Bei dem Wetter und der Wasserqualität in diesem Jahr geht es nicht besser. Das war noch einmal ein richtiger Familientag“, sagte von Rappard und sprach damit die vielen Zuschauer am Rande der Strecke an. Sie feuerten die Sportler an, hielten sich an den Ständen auf oder genossen im Sand und am Wasser die letzten Sonnenstrahlen. Und wenn neben den Sportlern, den Veranstaltern und dem Gastgeber auch die DLRG am Ende des Tages ein positives Fazit zog, dann steht der Fortsetzung im nächsten Jahr wohl nichts mehr im Weg.

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