Düsseldorf: Sven Laus Kinder an Schule mit Anti-Salafisten-Projekt

Düsseldorf : Sven Laus Kinder an Schule mit Anti-Salafisten-Projekt

Der inzwischen in Düsseldorf lebende Salafist Sven Lau soll seine Kinder an einer Schule im Düsseldorfer Süden angemeldet haben, an der das Vorzeige-Präventionsprojekt gegen Salafismus durchgeführt wird.

Das sagte Ordnungsdezernent Stephan Keller in Zusammenhang mit einer Anfrage des CDU-Ratsherrn Pavle Madzirov zu Salafisten in Düsseldorf. Keller nannte mehrere Präsventionsprojekte, darunter das Anti-Salafisten-Projekt, organisiert vom Verein "Wegweiser", das sich an Eltern, Lehrer und Sozialpädagogen richtet und die Radikalisierung Jugendlicher durch "Neosalafisten" verhindern soll.

Weitere Präventionsprojekte in Düsseldorf seien "MuslimOpenMind", das die Öffnung von Moscheen und das Bilden von Kooperationen zum Ziel hat. Zudem hat der Kriminalpräventive Rat, an dem auch die Stadt beteiligt ist, laut Keller beschlossen, eine Fachgruppe Extremismus einzurichten, die sich mit allen Formen, auch dem Neosalafismus befassen soll. Madzirov fragte auch nach den Koranverteilern in der Altstadt. "Das ist keine harmlose Truppe, die Bürger haben Angst", so Madzirov.

Laut Keller haben in den vergangenen Monaten die städtischen Behörden Anträge für 15 Infostände zugelassen, an denen der Koran und Broschüren zum Islam verteilt wurden. Die Stadt stehe in enger Abstimmung mit dem Staatsschutz beim Polizeipräsidium.

Dort liege auch die Zuständigkeit. Bisher gebe es keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten, auch eine Zunahme der Anträge auf solche Infostände sei nicht zu verzeichnen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) fragte angesichts der Gewaltausbrüche bei der Anti-Salafisten-Demonstration von Hooligans in Köln ähnliche Protestzüge auch in Düsseldorf beantragt worden seien.

Derzeit liege kein solcher Antrag vor, die Szene konzentriere sich wohl auf Berlin und Hamburg, so Keller. Es sei jedoch für die Zukunft nicht auszuschließen.