1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Öffentliche Verkehrsmittel: Super-Hallen sind schwer erreichbar

Öffentliche Verkehrsmittel : Super-Hallen sind schwer erreichbar

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum ISS Dome oder zur Mehrzweckhalle Burgwächter Castello fahren möchte, stößt auf Mängel im Netz. Auch zur LTU-Arena und zur Messe kommt man vom Flughafen aus nur über Umwege.

Düsseldorf hat ein Angebot an Veranstaltungshallen unterschiedlicher Größen, eine große Messe, und auch beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) steht die Stadt gut da. Wer jedoch mit Bus und Bahn zu den Event-Stätten fährt, stößt auf Defizite.

LTU-Arena/ Messe Besucher von auswärts bringt es zum Staunen: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es keine direkte Verbindung zwischen Flughafen und Stockum. Dabei befinden sich dort die LTU-Arena, wo Stars von Madonna bis André Rieu auftreten und irgendwann womöglich WM-Spiele ausgetragen werden; dort sind das Kongress-Zentrum mit Stadthalle, das Hotel Tulip Inn und die Messe. Von all dem ist der Flughafen drei Kilometer Luftlinie entfernt.

Wer auf den ÖPNV setzt, ist aber mindestens 26 Minuten unterwegs und muss umsteigen. Bei großen Messen wie der Medica pendelt zwar die Buslinie 896 im 30-Minuten-Takt zwischen Airport und Messe. Bei großen Konzerten oder Sportereignissen aber eben nicht.

Dabei ist die direkte Verbindung zwischen Flughafen und Messe seit langem geplant. In Form der U81, die über den Rhein führen und die linksrheinischen Stadtteile anbinden soll. "Die Flächen dafür werden von Flughafen und Stadt freigehalten", bestätigt Verkehrsdezernent Werner Leonhardt. Politisch liegen die Pläne jedoch auf Eis. Dabei wäre der Bedarf da: Der Pendelbus zu Messezeiten wird sehr gut angenommen.

Nun werden Stimmen laut, die eine "kleine Lösung U81" fordern. Dazu gehört FDP-Verkehrsexperte Manfred Neuenhaus: "Das ist überfällig. Eine internationale Messe braucht eine schnelle Verbindung zum Flughafen." Der Ansicht ist auch Andreas Hartnigk, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: "Ich halte aber wenig von der Rheinquerung, dies erhöht nur die Entwicklungschancen linksrheinischer Städte."

ISS Dome Wer bei Heimspielen der DEG oder Konzerten ohne Auto zum Dome fahren will, muss sich auf mehrfaches Umsteigen einstellen. Eine direkte Stadtbahnverbindung gibt es zwei Jahre nach der Eröffnung nicht.

Dass die Anbindung der Halle an den ÖPNV zunächst mit Pendelbussen von und zu den S-Bahnhöfen Rath und Unterrath improvisiert werden müsse, sei von Beginn an klar gewesen, heißt es im Verkehrsdezernat. Mit drei Jahren habe man jedoch nicht gerechnet.

Geplant ist, die Straßenbahnlinie 701 bis zum Dome zu verlängern. Das scheitert derzeit daran, dass Kleingärtner sich weigern, Grundstücke zu verkaufen. Mitte Oktober soll es einen Gütetermin mit Stadt und Kleingärtnern bei der Bezirksregierung geben. Sollte es danach zu keiner Einigung kommen, könnte Regierungspräsident Jürgen Büssow zugunsten des Gemeinwohls auch eine Enteignung anordnen. Was es laut Verkehrsdezernat in Düsseldorf noch nie gegeben hat.

Burgwächter Castello Boxkämpfe, Handball, Basketball – die Veranstaltungen in der Reisholzer Mehrzweckhalle sind vielfältig. Wer ohne Auto anfahren will, muss sich auf einen strammen Fußmarsch einstellen. Von der nächsten Haltestelle bis zur Halle ist man etwa sieben Minuten unterwegs. Das kann lang sein, wenn es dunkel und kalt ist.

Eine Situation, die alle etablierten Fraktionen als unbefriedigend bezeichnen. "Der Betreiber scheint kein Interesse daran zu haben, dass die Besucher der Veranstaltungen mit Bus und Bahn kommen", sagt Neuenhaus. "Die Frage der Erschließung hätte eigentlich beim Bau der Halle geklärt werden müssen", sagt Rolf-Jürgen Bräer (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses.

"Man sollte darüber nachdenken, einen vernünftigen Shuttle-Bus zum nächsten S-Bahnhof einzurichten", sagt Hartnigk für die CDU. Norbert Czerwinski (Grüne) könnte sich auch vorstellen, die Buslinie 789 "einen Schlenker" zum Burgwächter fahren zu lassen.

(RP)