Düsseldorf: Suche nach Flughafen-Chef zieht sich in die Länge

Düsseldorf : Suche nach Flughafen-Chef zieht sich in die Länge

Drei Auswahlrunden verliefen ohne Ergebnis. Stadt will für Sprecher der Geschäftsführung keine interne Lösung.

Eine schnelle Lösung sollte es bei der Neubesetzung des Spitzenpostens am Flughafen geben. Als Christoph Blume, der Sprecher der Geschäftsführung, überraschend Ende Oktober starb, nannte Oberbürgermeister Dirk Elbers einige Wochen später das Jahresende als Zeitpunkt, an dem sich eine Nachfolgelösung abzeichnen sollte. Die Hoffnung, in der zweiten Reihe der großen deutschen Flughäfen rasch einen geeigneten Kandidaten zu finden, trog jedoch. So gab es auch Ende Februar, genannt als zweites Zeitfenster, keine Erfolgsmeldung aus Lohausen.

Mittlerweile haben drei Auswahlrunden stattgefunden. Der beauftragte Headhunter präsentierte nach RP-Informationen rund zehn Kandidaten. Kurzzeitig sah es im März so aus, als wolle man mit einem Interessenten in konkretere Verhandlungen eintreten, aber dies zerschlug sich. Sorgen macht man sich an der Stadtspitze deswegen nicht. "Der Flughafen ist in guten Händen", sagt Elbers, "wir sind jedoch immer noch auf der Suche nach einem neuen Flughafen-Chef. Die Gespräche laufen."

Was sich so formelhaft anhört, enthält viele Botschaften. Die Geschäfte des Flughafens führt aktuell Thomas Schnalke, langjähriger kaufmännischer Geschäftsführer. Er bekleidete schon neben Blume und dessen Vorgänger keineswegs einen zweiten Rang, sondern war gleichberechtigt. Allerdings fiel er in der Öffentlichkeit kaum auf, weil die Presse- und PR-Arbeit vom Sprecher der Geschäftsführung wahrgenommen wird. Das ist jetzt anders, Schnalke hat die Diskussionsveranstaltungen zur beantragten neuen Genehmigung allein durchgeführt und zuletzt auch den ANA-Flug nach Tokio der Presse präsentiert.

Schnalke stammt jedoch ursprünglich vom privaten Anteilseigner Hochtief, der mittlerweile seine Flughafenanteile an einen kanadischen Pensionsfonds verkauft hat. Hintergrund: Der Stadt gehört die Hälfte an den Anteilen der Flughafengesellschaft, die andere Hälfte teilen sich die Kanadier (60 Prozent) und die Iren von Aer Rianta (40 Prozent).

Zwar wird, wie aus Kreisen des Aufsichtsrats zu hören ist, bereits auch Schnalke als möglicher Kandidat ins Spiel für die Sprecherposition gebracht, die Stadt aber als größter Eigner will die Stelle neu besetzen und dort auch weiterhin die Funktion des Arbeitsdirektors belassen. Wann dies aber geschieht, ist offen. Mittlerweile, so ist zu hören, sucht man nicht nur an Flughäfen, sondern auch in anderen öffentlich mitbestimmen Unternehmen.

(RP)