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Am Kö-Bogen in Düsseldorf: Stuttgarter übernehmen einen Weihnachtsmarkt

Am Kö-Bogen in Düsseldorf : Stuttgarter übernehmen einen Weihnachtsmarkt

Der Markt am Kö-Bogen wird neu organisiert. Eine Stuttgarter Agentur hat von der DMT den Auftrag übernommen. Die Händler sind irritiert.

Ein Brief hat für große Irritation bei den Händlern des Weihnachtsmarktes auf dem Schadowplatz gesorgt. Darin kündigt die Düsseldorf Marketing Tourismus (DMT) an, dass für die nächsten drei Jahre die Stuttgarter Agentur Liganova diesen Teil der Düsseldorfer Weihnachtsmärkte neu organisieren wird.

"Der Kö-Bogen verlangt mit seiner Architektur geradezu danach, dass auch der Weihnachtsmarkt in seinem Umfeld eine entsprechende Neugestaltung erfährt", schreibt DMT-Geschäftsführerin Eva-Maria Illigen-Günther in ihrem Brief an die Händler. Liganova sei für die Planung und Organisation des Teilmarktes auf dem Schadowplatz zuständig.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne aber noch kein Einblick in die Planung gegeben werden, da diese "noch nicht finalisiert" seien. Es sollen, so heißt es mittlerweile unter den Händlern, einheitliche Hütten in rustikaler Holzoptik entstehen. Das heißt: Alle Schausteller und Betreiber der Buden in diesem Jahr wissen, dass sie morgen zum letzten Mal ihre eigenen alten Buden abbauen werden. "Und das nach so vielen Jahren", kommentiert Herbert Teppe vom "Schwarzwaldhaus". Er wollte eigentlich im nächsten Jahr sein 40-jähriges Standjubiläum auf dem Schadowplatz feiern. "Gucken Sie mal, da hängt die Urkunde."

An der Wand steht es: Teppe war schon 1973 beim ersten Weihnachtsmarkt dabei. Darum steht für ihn fest: "Ich bewerbe mich natürlich, bin mir aber nicht sicher, dass die Stuttgarter was anderes machen als wir." Ihn irritiert vor allem der Zeitpunkt, zu dem der Brief geschickt worden ist. "Hätte man da nicht bis nach Neujahr warten können?" Ähnlich emotional sieht es auch Sascha Hauck vom "Glühteufel" gegenüber. "Nach 37 Jahren baue ich morgen zum letzten Mal diese Bude ab." Karin Disch aus dem Glottertal, die fast ebenso lange Reibekuchen auf dem Platz verkauft, kündigt an: "Ich will wiederkommen, habe hier meine Stammkunden, die meine Reibekuchen bestimmt vermissen würden." Entscheidend für sie und Teppe: Stimmt der Preis der neuen Bude, sind alle — zum Beispiel hygienischen — Voraussetzungen und Vorgaben erfüllt? Teppe hat bereits versucht, mit einigen ihm bekannten Politikern im Rathaus Kontakt aufzunehmen. "Es wusste keiner von diesem Plan."

Der Verdacht bei den Händlern: Das Modehaus Breuninger, das im Herbst im Kö-Bogen eröffnet, habe großen Einfluss auf die Stadt ausgeübt und wolle Weihnachtsmarkt-Beschicker aus Stuttgart nach Düsseldorf holen. "Ich müsste mich mal als Düsseldorfer Schausteller in Stuttgart bewerben — da hätte ich aber überhaupt keine Chance."

Ob der Schadowplatz der einzige Weihnachtsmarkt ist, der im nächsten Jahr neu aussehen wird, ist noch unklar. Falls Oscar Bruch sein Riesenrad wieder auf dem Burgplatz aufbaut, hätte er gleich Ideen für eine weihnachtliche Gestaltung des Platzes mit einigen Buden. "Mein Konzept steht", erzählt er.

Ansonsten zieht die DMT ein positives Fazit des Weihnachtsmarktes, der zum großen Teil morgen endet. Mit 2200 Reisebussen seien so viel Busse wie nie zuvor nach Düsseldorf gereist. Der Markt vor dem Schauspielhaus verlängert übrigens bis zum 6. Januar — solange die Eisbahn stehen bleibt, bleiben auch einige Hütten als Winterdorf stehen.

(RP/jco)