Düsseldorf: Sturm und Streik legen die Stadt lahm

Düsseldorf : Sturm und Streik legen die Stadt lahm

Das Wetter und die wegen der ausfallenden Züge vollen Straßen haben den Düsseldorfern und Pendlern am Dienstag einiges abverlangt. Am späten Nachmittag blockierten abgerissene Äste mehrere Rheinbahnstrecken.

Von wegen Hochsommertag: Regenschauer und Sturmböen beherrschten gestern das Wetter in Düsseldorf - und sorgten am ersten Tag des neuen Bahnstreiks für zusätzliche Belastungen. An der Fischerstraße kamen Fußgänger mit dem Schrecken davon, als dort eine Glasscheibe auf dem Gehweg zerschellte.

Dabei hatten sich die Pendler gut auf den Streik eingestellt. Polizeisprecher Markus Niesczery berichtete von vollen Straßen, aber wenigen Verkehrsstörungen. Viele Pendler hatten sich in Fahrgemeinschaften zusammengefunden, wer konnte, stieg auf den VRR um. Wer allerdings auf die Rheinbahn gesetzt hatte, dem machte am Nachmittag das Wetter einen Strich durch die Feierabend-Pläne. Stürmische Böen rissen Äste von den Bäumen, blockierten mehrere wichtige Strecken der Rheinbahn.

Besonders hart traf es die Verbindung nach Duisburg: Kurz nach 16 Uhr fuhr eine Bahn der Stadtbahnlinie U 79 in Lohausen mit dem Stromabnehmer in Äste, die auf der Oberleitung gelandet waren. Die Bahn steckte fest, blockierte die Strecke. Der Stromabnehmer musste nämlich erst einmal abgebaut, dann die Oberleitung repariert und die stromlose Bahn schließlich ins Depot geschleppt werden. Mehr als eine Stunde ging auf der Strecke nichts mehr. Einige Züge mussten stehenbleiben, andere fuhren nur bis zum Freiligrathplatz, die Bahnen aus Duisburg bis "Alte Landstraße". Von dort, so Rheinbahnsprecherin Heike Schuster, ließ die Rheinbahn die Fahrgäste mit Taxis bis zum Freiligrathplatz bringen.

Auch die Linien U 70 und U 76 fuhren mit erheblichen Verspätungen, weil im Bereich Dießem und um die Meerbuscher Haltestelle "Forsthaus" die Oberleitungen mehrfach von abgerissenen Ästen befreit werden mussten. Erst ab 17.45 Uhr konnte die Rheinbahn wieder im Normalbetrieb fahren.

Im Düsseldorfer Stadtgebiet wurde die Feuerwehr rund 20 Mal angefordert, musste lose Dachziegel und Fassadenteile, fliegende Schilder und abgerissene Äste beseitigen. Am ehemaligen Kaufhof an der Berliner Allee schwankte das Baugerüst bedenklich und wurde gesichert.

Am Ergo-Gebäude an der Fischerstraße splitterte kurz vor 16 Uhr Glas auf dem Gehweg. Im sechsten Stockwerk hatte sich ein gläsernes Fassadenteil gelöst und war auf den Bürgersteig gefallen. Anwohner alarmierten die Feuerwehr, die dann zeitgleich mit den Haustechnikern der Ergo eintraf. Während die einen unten die Scherben zusammenfegten, prüften die anderen - ohne Beanstandungen - die übrige Fassade. Allerdings, so Ergo-Sprecherin Monika Stobrawe, ist nicht sicher, ob tatsächlich der Sturm die Ursache war. Das Fassadenteil hatte offenbar einen Riss. Wie der entstand, werde nun von Sachverständigen geprüft. "Bis wir das Ergebnis haben, bleibt der Gehweg in dem Bereich erst einmal abgesperrt", sagte Stobrawe, erleichtert, dass bei dem Absturz des Fassadenteils niemand verletzt wurde.

Schon öfter sind Teile gläserner Hochhausfassaden in Düsseldorf abgestürzt: Am Stadttor war 2013 ein"Spannungsbruch" im 10. Stock die Ursache, das GAP 15 war monatelang durch ein Netz gesichert, nachdem Fassadenteile abgestürzt waren. An der Kaiserstraße, in Sichtweite der Ergo, war 2006 ein Wohnhochhaus betroffen.

(RP)
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