Düsseldorf: Studentin dreht Film über Roma

Düsseldorf : Studentin dreht Film über Roma

Die Völkergruppe der Roma hat täglich mit Diskriminierung zu kämpfen, lebt häufig am Rand der Gesellschaft. Die Düsseldorferin Corinna Schappert hat darüber einen Film gedreht. Am Sonntag feiert er im "Metropol" Premiere.

"Holt die Wäsche rein, die Zigeuner kommen", heißt die einstündige Doku in der Schappert drei Roma in Düsseldorf filmisch begleitet und zeigt, auf wie viel Ablehnung, Ausgrenzung und Rassismus die Protagonisten täglich treffen. "Es geht mir nicht darum, Vorurteile abzuschwächen oder zu entkräften", sagt die 25-Jährige. "Ziel ist es, aufzuklären und zu zeigen, wie sehr unsere Gesellschaft die Roma an ihren Rand stellt. Sie bekommen ausschließlich negative Öffentlichkeit, der Film soll ein Gegengewicht dazu sein."

Den Film hat Schappert, die Sozialarbeit und -pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik an der Fachhochschule Düsseldorf studiert hat, in drei Monaten produziert - freiwillig und zusätzlich zum schriftlichen Teil ihrer Bachelor-Arbeit. "Ein Film allein wird im Studium leider nicht als Abschlussleistung gewertet", sagt sie, "obwohl er mindestens genauso viel Arbeit gemacht hat wie die schriftliche Aufgabe."

Den Kontakt zu den drei Roma, einem Flüchtlingsmädchen aus Südserbien, einem Gastarbeiter aus dem Kosovo und einer EU-Migrantin aus Rumänien, hat sie unter anderem über ihre Arbeit im Kinderclub hergestellt. "Am meisten überrascht hat mich, dass viele auf die ich getroffen bin, mir so bereitwillig geholfen haben und mir viele sehr private Dinge erzählt haben", sagt sie. "Ich habe Dinge erfahren und gesehen, mit denen sie und andere tagtäglich konfrontiert werden."

Für die Arbeit hat Corinna die Note 1,3 bekommen, eine sehr gute Leistung also. Aber vor allem hat sie viel Diskussionsstoff über Migration, Ausländerpolitik und Alltagsrassismus geschaffen. "Die Position, die die Roma in unserer Gesellschaft einnehmen, wird nicht nur durch sie selbst bestimmt. Es ist ein Wechselspiel, das vielen gar nicht bewusst ist", sagt Schappert.