Wahlen an der Uni: Studenten wählen ihr Parlament

Wahlen an der Uni : Studenten wählen ihr Parlament

An der Heine-Universität sind mehr als 20 000 Studenten aufgerufen, ihre politischen Vertreter für das Studierendenparlament zu wählen. Mit welchen Wahlkampfversprechen gehen die sieben Studentengruppen ins Rennen und was wünschen sich die Studenten? Die RP hat nachgefragt.

Wahlkampfstimmung auf dem Campus: Studenten verteilen Flyer mit seriösen und weniger seriösen Wahlslogans wie "Für flauschigeres Toilettenpapier auf den Uni-Toiletten", "Für ein selbstbestimmtes Lernen ohne Anwesenheitspflicht" oder "Vegetarisches Bioessen in den Mensen". Bis Freitag können die mehr als 20 000 wahlberechtigten Studenten der Uni das Studierendenparlament (SP) wählen, das höchste Organ der Studierendenschaft. Seine Vertreter wählen den Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta), kontrollieren den Asta und bestätigen dessen Referate wie Sport-, Literatur- oder Ausländerreferat. Zudem entscheiden die Parlamentarier, wie die Haushaltsmittel verwendet werden, die mit gut 200 000 Euro nicht unerheblich sind.

Es geht um viel Verantwortung und Geld. Dennoch ist die Wahlbeteiligung der Studenten traditionell sehr gering. Im vergangenen Jahr lag sie bei knapp über zehn Prozent, in den Jahren zuvor durchschnittlich bei 15 Prozent. Ein Grund für unsere Redaktion, sich die Wahlprogramme der sieben Parteien, den "Listen", anzusehen und Studenten zu befragen, warum sie wählen /nicht wählen und welche Themen ihnen wichtig sind.

Campus:Grün Die Studenten setzen sich für eine ökologische Gestaltung des Campus, für vegetarisches Bio-Essen in den Mensen und Barrierefreiheit auf dem Campus ein. Zudem unterstützen sie den Verzicht auf Tierversuche an der Uni und wollen einen "Öko-Reader" zum alternativen Leben in Düsseldorf entwickeln.

Fachschaftenliste Mit sechs Sitzen ist sie die stärkste Liste im Studierendenparlament und stellt mit Yasemin Akdemir die Asta-Vorsitzende. Ihre Mitglieder setzen sich für günstigere Mahlzeiten in den Mensen ein. Zudem sollen "Mittagessen to go" angeboten werden, denn oft seien die Mittagspausen zu kurz, um in den Mensen zu essen. Mehr kulturelle Angebote sollen an der Uni angeboten und mehr Studenten zur Teilnahme an der Hochschulpolitik bewegt werden.

Juso Hochschulgruppe Den Jusos sind Themen wichtig wie günstiger Wohnraum für Studenten und eine verbesserte Anbindung der Uni an den öffentlichen Personennahverlehr. Zudem setzen sie sich ein für Veranstaltungen und Aktionen gegen Rassismus und Sexismus und wollen die Anwesenheitspflicht der Studenten in Vorlesungen abschaffen.

Kitty Hooligans (deutsch: Kätzchen-Krawallmacher) Die neugegründete Liste setzt sich für Themen ein, die vor allem Frauen an der Hochschule betreffen. So wollen ihre Vertreter etwa eine bessere Beleuchtung auf dem Campus und Selbstverteidigungskurse für Studentinnen durchsetzen.

Liberale Hochschulgruppe (LHG) Den Vertretern ist ein verantwortungsvoller Umgang mit den Sozialbeiträgen wichtig. Sie wollen die Anwesenheitspflicht in Vorlesungen abschaffen, für mehr Sicherheit auf dem Campus sorgen und das Hochschulsport- und Beratungsangebot für Studenten ausbauen. Zudem wollen sie eine Karte, die Karten und Ausweise von Studenten — etwa für Mensa oder Universitätsbibliothek — bündelt.

Ring Christlich-Demokratischer Studenten Durch die Abschaffung des Anti-Diskriminierungs- und Kommunikationsreferats wollen die Vertreter Geld einsparen. Zudem soll die Asta-Gebühr, die Teil des Sozialbeitrags der Studenten ist, gesenkt werden. Eine Karte soll andere Karten wie Studenten- und Bibliotheksausweis ersetzen.

Das Studierendenkollektiv Die Vertreter machen sich stark für die Abschaffung der Anwesenheitspflicht in Vorlesungen, für die Einführung der Zivilklausel (Selbstverpflichtung von wissenschaftlichen Einrichtungen wie Universitäten, ausschließlich für zivile Zwecke zu forschen). Zudem soll viel genutzte Literatur in der Bibliothek digitalisiert werden, damit wichtige Lehrbücher für alle Studenten zugänglich sind.

(RP)