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Düsseldorf: Studenten planen ihre eigene Firma

Düsseldorf : Studenten planen ihre eigene Firma

In einem Seminar haben Geschichtsstudenten kreative Ideen für die Selbstständigkeit entwickelt und von Experten gelernt, wie sie ihre Ideen, unter anderen eine historische TV-Serie für Kinder, umsetzen können.

Wenn demnächst eine neue Fernsehserie für Kinder ausgestrahlt wird, in der die Welt im Rückblick erklärt wird, dann dürften Düsseldorfer Studenten daran wesentlich beteiligt sein. Die Realisierung ist zwar noch ungewiss, aber das Konzept ist fertig. Und zeigt, dass es selbst für Historiker mehr Möglichkeiten gibt, als die meisten ahnen, nach dem Studium mit einer eigenen Firma zu starten. Businesspläne zu schreiben, gehört normalerweise nicht zum Alltag angehender Historiker. "Aber Geschichte lässt sich durchaus vermarkten", findet Professorin Susanne Hilger, Leiterin des Instituts für Wirtschaftsgeschichte der Uni.

So entwickelte sie die Idee zu einem Seminar: Wie können aus Geisteswissenschaftlern Unternehmer werden? Und lud Experten von der Industrie- und Handelskammer ein, die sich mit Business-Plänen und Finanzierungskonzepten auskennen, aber auch selbstständige Historiker, die für die Spieleindustrie arbeiten oder Filmproduktionen bei historischen Stoffen beraten. Nach dem Seminar können sich etliche Teilnehmer vorstellen, später ihr eigener Chef zu sein.

Wie Lena Sablowski, die ein Konzept für ein Tourismus-Unternehmen der Zukunft entwickelte, das die Industrie der Region ins Zentrum rückt. Für Schulklassen, Vereine, Parteien oder Seniorengruppen würde sie - ganz nach deren individuellen Interessen - Ausflüge in die Wirtschaftsgeschichte planen und organisieren, ob nun der Gasometer in Oberhausen auf der Wunschliste steht oder eine Werksbesichtigung. "Geschichtsunterricht hat oft ein verstaubtes Image", meint ihr Kommilitone Patrick Hayes, der ein Gegenmittel entwickelt hat: ein Sammelkartenspiel für Teenager mit historischem Inhalt - die Feldzüge und Schlachten Napoleons. Der Geschäftsmann in spe sieht den pädagogischen Effekt ("Wissen wird vermittelt"), aber auch die Verdienstchancen: "Da es um Sammelkarten geht, muss man dranbleiben."

Auf die Macht der Bilder setzt bei seinem Geschäftsmodell der Geschichts-Student Johannes Aretz, der Mode mit Geschichte verknüpfen will. Die Idee: T-Shirts werden mit Fotos veredelt, die einen einzigartigen Moment aus der Vergangenheit festhalten (den Kniefall Willi Brandts, den Sprung eines Soldaten über den Stacheldraht, als gerade die Berliner Mauer gebaut wird). Ein QR-Code auf dem Shirt lässt nachlesen, worum es bei dem Fotodenkmal geht.

Auf eine Vermarktung ihrer Idee hoffen auch Leopold Wolff und Marcel Scheeren, die Erfinder einer neuen Fernsehserie, in der Kindern Themen aus der Geschichte vermittelt werden. Sie haben dazu ein außerirdisches Männchen geschaffen, dass die kleinen Zuschauer auf eine Zeitreise mitnimmt und ihnen zum Beispiel erklärt, wie das Fahrrad entstanden ist. Leopold Wolff sagt: "Ich habe mich immer gefragt, was ich mit meinem Studienfach Geschichte mal machen werde. Das Seminar hat mir die Antwort gegeben."

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