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Studenten aus Düsseldorf, Bonn und Frankfurt wollen mit Verein Fabl in Afrika helfen

Neu gegründeter Hilfsverein : Verein Fabl – Studenten arbeiten für ein besseres Leben in Afrika

Junge Menschen aus Düsseldorf, Bonn und Frankfurt wollen in Ostafrika helfen. Um die Situation der Menschen zu verstehen, fragen sie vor Ort nach und knüpfen Kontakte mit Hilfsorganisationen, Politik und Kirche.

Über 9000 Euro hat Lukas Overkott‎ im Alleingang für sein erstes Projekt gesammelt, im Freundes- und Familienkreis sowie bei Hilfsorganisationen. Davon hat der Student den Bau von Wassertanks an einer Gehörlosenschule in der Kenianischen Stadt Kitui finanziert. Weitere Hilfsaktionen sollten folgen – doch der 27-Jährige merkte schnell, dass er ohne Unterstützung nicht weit kommen würde.

Das war die Geburtsstunde des Vereins Fabl. Das Akronym steht für „for a better life“. Unter diesem Namen haben sich wenige Tage vor Weihnachten junge Leute aus Düsseldorf, Frankfurt und Bonn getroffen, um einen Verein zu gründen. „Jetzt steht erst mal die Organisation an“, sagt Initiator und Vorsitzender Lukas Overkott‎: Der Verein muss eingetragen und die Satzung beglaubigt werden, außerdem werden eine Internetpräsens sowie Auftritte auf Facebook, Instagram und Twitter aufgebaut. „Wir haben die Aufgaben im Verein verteilt, so dass jeder neben Studium oder Beruf daran arbeiten kann“, sagt Overkott.

Begonnen hat sein Engagement für Afrika nach dem Abitur, als er 2012 ehrenamtlich in einem Heim für HIV-Waisen in Kitui aushalf. „Am Nachmittag habe ich mit Kindern der St. Michaels-Gehörlosenschule Fußball gespielt, und diese Menschen haben mich tief berührt“, so erzählt der Vorsitzende des jungen Vereins. Damals, kurz vor Beginn seines Medizinstudiums, hatte er weder die Zeit noch die finanziellen Möglichkeiten, intensiv zu helfen. „Als ich zurück nach Deutschland geflogen bin, habe ich aber versprochen: Ich komme wieder“, erinnert sich Overkott.

Dieses Versprechen hat er 2017 wahr gemacht, als er auf der Suche nach einem Praktikumsplatz in Afrika war und auch einige Zeit in Kitui verbrachte. Was ihm dort besonders auffiel: „Eine Hilfsorganisation hatte für die St. Michaels Schule ein Gewächshaus sowie Toiletten gespendet. Was jedoch fehlte, war das Wasser.“ Während der Trockenzeit im Winter waren die Waschräume nicht funktionstüchtig, die Pflanzen im Gewächshaus vertrockneten.

„Da habe ich erkannt, wie man als kleine Organisation hier ganz konkret helfen kann“, berichtet Overkott. Zurück in Deutschland begann er, Spenden für Wassertanks zu sammeln. Ein Großteil davon kam von der Afrikahilfe der Studentenverbindung, in der Lukas Overkott und einige andere der Gründungsmitglieder von Fabl aktiv sind. Das beschaffte Geld reichte nicht nur für die Tanks, sondern auch für eine Renovierung der Waschräume an der Gehörlosenschule in Kitui. Die Tanks werden in diesen Wochen fertiggestellt, im Februar wollen einige der Vereinsmitglieder erneut nach Kenia reisen, um den Bau offiziell abzunehmen.

Und dann soll es gleich weitergehen: „Wir haben schon mehrere neue Projekte in Ostafrika im Sinn“, berichtet Overkott, der inzwischen gut mit den örtlichen Behörden und vor allem der Kirche vernetzt ist. „An einer anderen Schule wurden wir gebeten, eine englischsprachige Bibliothek einzurichten, außerdem wünschen sie sich einen Zaun um das Gelände. Zudem planen wir, Geld für ein Klassenzimmer an einem abgelegenen Waisenhaus zu sammeln.“ Da einige der Vereinsmitglieder Mediziner sind, will Fabl langfristig auch auf diesem Gebiet helfen.

Lukas Overkott und seine Mitstreiter sehen sich in der Rolle des Vermittlers: Es gebe viele Hilfsorganisationen mit viel Geld, was jedoch fehle, seien Aktive, die vor Ort nach dringenden Bedarfen suchen und sinnvolle Projekte erarbeiten. „Diese Lücke wollen wir mit unserer Arbeit schließen“, sagt der Vorsitzende. Dadurch, dass er bereits erste Projekte umgesetzt hat, sei es einfacher, potentielle Partner und Geldgeber anzusprechen.

Momentan hat der Verein lediglich 13 Mitglieder, will aber wachsen. „Wir suchen sowohl Fördermitglieder, die uns mit Geld aushelfen, als auch aktive, die ihre Zeit in die Vereinsarbeit sowohl hier in Deutschland als auch vor Ort in Afrika stecken“, sagt Overkott. Mit Rücksicht auf die Studenten im Verein wurde der Jahresbeitrag bewusst niedrig gehalten: 36,50 Euro. „Zehn Cent am Tag kann sich jeder leisten“, erklärt Overkott die krumme Summe.

Er ist überzeugt, dass viele junge Menschen gern helfen werden. „Ich habe für die Idee sehr viel positives Feedback bekommen. Ich glaube, Menschen in meinem Alter wollen aktiv sein, sich für etwas Gutes einsetzen. Was oft fehlt, ist ein kleiner Schubs, und auch den wollen wir mit Fabl geben“, sagt Lukas Overkott.