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Düsseldorf: Stromhändler wächst an neuem Standort

Düsseldorf : Stromhändler wächst an neuem Standort

Der Öko-Energieversorger Naturstrom AG hat neue Räume in Gebäude der ehemaligen E-Plus-Zentrale und seitdem 20 weitere Mitarbeiter eingestellt. Düsseldorfs erste öffentliche Schnelllade-Stromzapfsäule steht vor der Tür.

Die Stromzapfsäule von Naturstrom an der Parsevalstraße 11 ist technisch das Neueste, was es zum Laden von Elektromobilen gibt. Der Ladevorgang braucht lediglich 20 Minuten - an herkömmlichen Stromzapfsäulen dauert er acht Stunden. Bloß schade, dass gerade ein ganz normales Auto davor geparkt hat. Denn eigentlich soll die Schnellladesäule rund um die Uhr für Elektromobile zugänglich sein. Ein Drama ist der Falschparker in diesem Moment aber nicht - die Gefahr, dass erboste Elektromobilisten ihn heraushupen, ist gering. Schließlich ist die Zahl der E-Fahrzeuge im Land recht übersichtlich. "Wir wollen mit der Schnellladesäule auch ein politisches Zeichen setzen, dass wir die die Elektromobilität wollen und daran glauben", sagt Oliver Hummel, Vorstandsmitglied bei Naturstrom. Auch wenn der umweltfreundliche Antrieb nicht so rasant gewachsen ist, wie vorausgesagt wurde, "dass er stark wachsen wird, ist Konsens", sagt Hummel.

Mit langsamem, aber stetigem Wachstum kennt das Unternehmen, das 1998 in Düsseldorf gegründet wurde, sich aus. Nachdem über die Jahre die Zahlen von Kunden, Projekten und Mitarbeitern stiegen, waren die Räume an der Achenbachstraße zu klein für Naturstrom geworden, ein Umzug war überfällig. Wer nun durch die langen Gänge des neuen Firmensitzes läuft, fühlt sich in manchen Ecken ein wenig an ein groß gewordenes Start-up erinnert. Den obligatorischen Kicker gibt es ebenso wie den Sportraum mit Yogamatten und Tischtennisplatte, in der großen Mitarbeiterküche stehen Bio-Obst und Fair-Trade-Kaffee. Büros, die beim Einzug leer standen, wurden schon bald von neuen Mitarbeitern bezogen.

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Mehr als 20 sind bisher in diesem Jahr hinzugestoßen, so dass nun mehr als 150 am Düsseldorfer Standort beschäftigt sind. "Wir haben vor allem im Marketing aufgestockt, das wir aktiver betrieben haben als in der Vergangenheit", sagt Hummel. Schließlich seien der stärkste Wachstumsmotor zufriedene Kunden, die Freunden und Verwandten von ihren Erfahrungen berichten. Besonders erfolgreich ist der Händler regenerativer Energien in Vierteln von Berlin und Köln wie Prenzlauer Berg, Ehrenfeld und Nippes, in denen es eine gut verdienende, an ökologischen Themen interessierte Klientel gibt. In diesen Naturstrom-Hochburgen beliefert das Unternehmen etwa fünf Prozent der Privathaushalte, bundesweit sind es insgesamt rund 240.000 Kunden.

Zu den Wachstumsfeldern zählen für Naturstrom derzeit Quartiers- und Mieterstromprojekte. So versorgt das Unternehmen beispielsweise in München Mehrfamilienhäuser mit 50 Wohneinheiten mit Photovoltaikanlagen und regenerativem Strom. Bei einem neuen Quartier in Berlin-Kreuzberg übernimmt Naturstrom die Strom- und Wärmeversorgung.

Ein neues Feld ist auch die Nahwärmeversorgung für kleine Gemeinden. "Ein spannendes Thema, weil sich die Gemeinden damit unabhängig machen können", sagt Hummel. Nach einem erfolgreichen Start von Naturstrom in einem kleinen Ort in Bayern folgten nun Aufträge aus zwei Nachbargemeinden. "Die Bürgermeister tauschen sich aus."

(RP)