Polizei musste umziehen: Stromausfall stört Notruf 110

Polizei musste umziehen: Stromausfall stört Notruf 110

Die Polizei zog in der Nacht zum Montag kurzfristig um: Weil die computergesteuerte Telefonanlage der Leitstelle durch den plötzlichen Spannungsabfall ausgefallen war, nahmen die Beamten Notrufe in der Zentrale der Feuerwehr an der Hüttenstraße entgegen.

Es war bloß ein kurzes Flackern. Dann waren die Bildschirme in der Polizeileitstelle plötzlich dunkel, die Telefone stumm. "Um 4.20 Uhr fiel mit der Anlage auch der Notruf 110 aus", sagte Polizeisprecher André Hartwich. Deshalb zogen seine Kollegen in die Leitstelle der Feuerwehr nach Friedrichstadt um. "Das Ganze hat nur ein paar Minuten gedauert, die Systeme fuhren dann auch wieder hoch, waren aber instabil. Deshalb wollten die Kollegen auf Nummer sicher gehen."

Unsere Grafik zeigt, welche Straße von dem Stromausfall betroffen waren. Foto: KLXM.de

Per Radio wurden die Bürger informiert, dass im Notfall besser gleich die Feuerwehr-Nummer 112 zu wählen sei. "Gleichzeitig hatten wir aber auch den Netzbetreiber über die Probleme informiert, der dann direkt für 110 eingehende Anrufe auf den Feuer-Notruf umleitete", so Hartwich.

Betroffen vom Spannungsabfall war lediglich die Telefonanlage, der Strom im Präsidium war in voller Stärke da. Ganz anders in der unmittelbaren Nachbarschaft: Von der Kai- über die Strom- und die Moselstraße und an der Orangeriestraße waren um 4.20 Uhr die Lichter ausgegangen. Unter den betroffenen 500 Haushalten waren einige prominente Adressen: WDR, Rheinturm, Apollo-Theater und Mannesmann-Hochhaus — alle ohne Strom. "Wir hatten Glück, dass es in der Nacht passiert war. Tagsüber wären die Folgen sicher gravierender gewesen", sagte Stadtwerke-Sprecherin Christina Näckel. Immerhin dauerte es fast zwei Stunden, bis der Stromausfall beseitigt war.

Im Landtag war davon nichts zu merken. Dabei war ausgerechnet dort in den frühen Morgenstunden der folgenreiche Fehler entstanden. Im Keller des Gebäudes haben die Stadtwerke eine Trafo-Station. "Die fiel durch ein defektes Kabel aus. In einer Art Kettenreaktion sind dann noch zehn kleinere Stationen ausgefallen", sagte Näckel. Der Defekt wurde zwar schnell bemerkt, aber die Reparatur gestaltete sich schwierig: Von dem kaputten 10 000-Volt-Kabel ging starker Rauch aus, so stark, dass die Techniker nur mit Atemschutzgeräten arbeiten konnten. "Und weil wir uns da im Keller befinden, ist auch nicht mal eben schnell für frische Luft gesorgt", so Näckel. Die Feuerwehr hinzu zu rufen sei aber nicht nötig gewesen. "Es hat ja nicht gebrannt."

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Unter der 112 hätten die Stadtwerker ohnehin vielleicht direkt einen Polizisten am Apparat gehabt. Drei ihrer acht Leitstellenplätze an der Hüttenstraße hatte die Feuerwehr den Beamten abgegeben, die dort bis gegen 7 Uhr insgesamt 24 Notrufe annahmen und Polizeieinsätze steuerten. "Wir haben genügen Platz", sagte Feuerwehrsprecher Marc Vogel. Sofern nicht gerade ein Großeinsatz läuft, sind nachts nur drei Feuerwehrleute im Leitstellendienst. "Bei einer Großlage wären das aber sehr schnell mehr."

Aber auch dann wäre Platz für die Polizei-Gäste gewesen: In der 2004 für rund zehn Millionen Euro neu gebauten Feuerwehr-Zentrale gibt es einen zweiten Leitstellen-Raum als Reserve, falls mal die Computer aufgerüstet werden sollen, oder es zu einer Störung kommt. Und weil hier wie auch bei der Polizei jeder Arbeitsplatz mit drei PC-Bildschirmen ausgestattet ist, um alle verfügbaren Einsatzmittel, die aktuell laufenden Einsätze und E-Mails im Blick zu behalten, sind sie problemlos auch für die Polizei benutzbar.

24 polizeiliche Notrufe gingen trotz der Störung ein, für diese Tageszeit eine durchaus normale Zahl, so Polizeisprecher Hartwich. Und während die "versetzten" Beamten bei der Feuerwehr an der Hüttenstraße telefonierten, arbeiteten die Kollegen am Jürgensplatz an der Instandsetzung der Telefonanlage. Das ging ganz fix, der Frühdienst wachte schon wieder vom üblichen Standort über die Stadt. Und die hatte dann auch wieder überall Strom.

(RP)
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