Schnee in Düsseldorf: Streusalz wird langsam knapp

Schnee in Düsseldorf : Streusalz wird langsam knapp

Die Salzlieferungen an die Awista stocken. Das Unternehmen wird angesichts des für Donnerstag erwarteten Neuschnees mehr mit Splitt arbeiten müssen, mehr Schnee wird liegen bleiben. Auch in den Baumärkten geht das Streugut aus. Flughafen, Rheinbahn und Feuerwehr sehen sich gut gerüstet.

Tief Petra soll heute reichlich Neuschnee über Düsseldorf niedergehen lassen. Dabei wird es "weißer werden als bisher auf den Straßen", sagt Awista-Sprecher Ralf Böhme. Denn: "Die Salzlieferungen laufen nicht so, wie sie sollten. Bei Streusalz besteht bereits ein Engpass." Bisher habe man es gut geschafft, Straßen vom Schnee zu befreien, nun werde das Unternehmen jedoch mehr Splitt und mehr Schubfahrzeuge einsetzen müssen, um die neuen Massen einzudämmen.

Am Montag, beim letzten größeren Schneefall, sei sehr viel Streusalz verbraucht worden. Schon davor war rund die Hälfte der 2350 Tonnen Streusalz, die zu Winterbeginn in den drei Betriebshöfen lagerten (400 Tonnen mehr als im Vorjahr), aufgebraucht gewesen.

Extratank für Enteisungsmittel

Der Flughafen sieht sich für einen neuerlichen Wintereinbruch gewappnet. Mit 250 000 Litern Enteisungsmittel für Start- und Landebahnen ist der Airport in den Winter gegangen. "Das ist ein Tank mehr als im Vorjahr, ein Plus von 50 000 Litern", sagt Flughafen-Sprecher Christian Hinkel. "Und es sind noch ausreichende Mengen davon übrig."

Ob Flugzeuge enteist werden müssen, entscheidet der jeweilige Pilot. Er kann dann eine glykolhaltige Flüssigkeit anfordern, die mit Heißwasser gemischt wird. "Nur bei ganz starkem Schneefall kann es sein, dass wir, wie schon zweimal in diesem Winter, die Start- und Landebahnen kurzzeitig schließen und die Rollwege neu präparieren müssen", so Hinkel.

Gewehr bei Fuß für massenhaft Neuschnee stehen auch die Mitarbeiter der Rheinbahn. "Im Großteil des Netzes sind wir autonom, können mit Spezialteams jederzeit eingreifen", sagt Sprecher Georg Schumacher. Haarig wird es meist dort, wo die Gleise auf Straßen verlaufen und Autofahrer laufend Schneematsch in die Weichen schieben.

Ein besonderer Knackpunkt ist der Staufenplatz. "Wegen der starken Steigung sind wir für Busse und Bahnen dort stets auf die Awista angewiesen." Wird der Schnee richtig heftig, gebe man sich nicht kampflos geschlagen, sagt Schumacher: "Dann ziehen wir uns auf unser Kernnetz zurück und entscheiden situationsabhängig, wie wir auf den relevanten Strecken möglichst viel Verkehr aufrechterhalten können."

Bei der Feuerwehr, die am Montag auf allen Einsatzfahrzeugen Schneeketten aufzog, wurden diejenigen Fahrzeuge kalt erwischt, die zur Zeit des Schneefalls bereits unterwegs waren — unter anderem ein allradgetriebener Krankenwagen mit einem Patienten an Bord, der einen kurzen Notstopp einlegen musste. Alle Fahrzeuge sind mit Schneeketten oder so genannten Schleuderketten, die elektrisch per Knopfdruck zugeschaltet werden können, ausgerüstet. "Den Umgang mit den Fahrhilfen haben wir schon zum Winterbeginn Anfang des Jahres ausreichend geprobt", so Sprecher Hans Jochen Hermes.

Auch die Baumärkte hat der Winter längst erreicht. Das macht sich besonders beim Bestand an Streusalz und Schneeschippen bemerkbar — bei drei von vier gestern angefragten Märkten wird der Kunde bei diesen Produkten derzeit nicht fündig. "Es ist schlicht und ergreifend zu wenig Salz da", so ein Marktleiter. Verfügbarkeitsprobleme gibt es jedoch auch auf einem ganz anderen Sektor: Sogar einfache Holzschlitten sind derzeit nicht mehr leicht zu finden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Düsseldorf: Schnee so weit das Auge reicht

(RP)
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