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Düsseldorf: Streit um Wohnungsbau-Politik

Düsseldorf : Streit um Wohnungsbau-Politik

Düsseldorf wächst. Deshalb müsste die Stadt pro Jahr etwa 3000 neue Einheiten bekommen, aber gebaut wird nur ein Drittel. Im Ausschuss für Wohnungswesen diskutieren die Parteien heute über ein Handlungskonzept.

In Düsseldorf, der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen, ist Wohnen wieder billiger geworden. Das meldete das Handelsblatt jetzt in einem großen Check der Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Kostete ein Quadratmeter im zweiten Quartal durchschnittlich 10,39 Euro, sind es im dritten Quartal "nur" noch 10,12 Euro. Günstig ist anders, meinen die Experten, die Stadt am Rhein gehört weiterhin zu den teuersten Pflastern des Landes, auch wenn es nicht mehr Platz fünf, sondern Platz acht belegt. Die Verantwortlichen in Düsseldorf wissen das. Und auch wenn die Miete hier im Durchschnitt um ein paar Cent gefallen ist, so ist ihnen klar, dass das nur ein vorübergehendes Phänomen ist. Denn auf Sicht wird Wohnraum in Düsseldorf knapp werden, also teurer.

Der Rat hat daher bereits im Mai die Experten in den zuständigen Stellen des Rathauses damit beauftragt, ein Papier zu entwerfen, das den Wohnungsbau für die nächsten Jahrzehnte begutachtet und Wege aufzeigt, politischen Einfluss zu nehmen auf diese Entwicklung. Heute wird dieses Papier unter dem Namen "Handlungskonzept Wohnungsbau - Leitlinien und Aufgaben" im Ausschuss für Wohnungswesen präsentiert. Den Streit zwischen der bürgerlichen Mehrheit im Rat aus CDU und FDP auf der einen und SPD/Grünen auf der anderen Seite wird das nicht beenden. Das zeigte schon eine erste Stellungnahme, die prompt von den Grünen kam: "Nicht der große Wurf, den die Stadt braucht!" sagte Grünen-Ratsfrau Antonia Frey, die Vorsitzende des Ausschusses.

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Vor allem wirft man CDU und FDP vor, verstärkt den Bau von Luxus-Wohnungen zuzulassen und preiswerten Wohnungen zu vernachlässigen. Das jedoch hat CDU-OB Dirk Elbers und der Fraktions-Chef der FDP im Rat, Manfred Neuenhaus, stets zurückgewiesen. Tatsächlich weiß man in allen Parteien, dass die derzeit pro Jahr benötigen rund 3000 zusätzlichen Wohnungen nicht gebaut werden, sondern nur rund ein Drittel davon.

Da die knappe, bebaubare Fläche nicht zunimmt, setzt man auf Projekte wie Umbau von Büros zu Wohnungen, Innenhof-Nutzung - und gemeinsame Konzepte mit den benachbarten Kommunen. Das Handlungskonzept schlägt ausdrücklich vor, mit den Kommunen des Umlandes entsprechende Gespräche zu führen, weil auch künftig viele Menschen dort statt in Düsseldorf eine Wohnung suchen und finden werden.

(jco)