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Düsseldorf: Streit um Tempo-30-Pläne für Luegallee

Düsseldorf : Streit um Tempo-30-Pläne für Luegallee

Händler und Nachbarn sehen die Idee einer Geschwindigkeitsbegrenzung zugunsten von Radfahrern kritisch.

Bedürfnisse von Radfahrern sollen in der städtischen Verkehrspolitik stärker in den Blick genommen werden. Für Diskussionen sorgt die Idee, auf der Luegallee und der Oberkasseler Brücke eine neue Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Damit sollen sich Radfahrer sicherer fühlen, doch viele zweifeln am Sinn des Plans. "Nicht schon wieder die Luegallee", sagt etwa Manfred Simon, Vorsitzender der Kaufleute von "Wir in Oberkassel".

Bei Einschränkungen auf Theodor-Heuss- und Kniebrücke gebe es schon heute Staus. "Wenn sich Radfahrer richtig verhalten, passiert ihnen auch nichts. Und wer zur Oberkasseler Brücke radeln will, der kann Parallelrouten wählen."

Bezirksvorsteher Rolf Tups (CDU) weist darauf hin, dass das Durchschnittstempo auf der Luegallee wegen der Verkehrsdichte ohnehin deutlich unter 50 km/h liegen dürfte. Um zu beurteilen, ob durch die Einführung von Tempo 30 größere Staus entstehen, brauche man genaue Statistiken. "Es besteht natürlich die Gefahr, dass bei Rückstaus Autofahrer auf Nebenstraßen ausweichen und sie verstopfen." Außerdem müsse man sehen, ob Händlern Einbußen drohen. "Klar ist aber, dass auch ein Radweg schwer zu verwirklichen wäre", sagt Tups.

Auf die Platanenallee werde dafür keiner verzichten wollen: "Aber auch nicht auf die Parkplätze; und ohne zweite Fahrspur könnte man den Anlieferverkehr vergessen." Auch die Industrie- und Handelskammer will darauf achten, wie sich eine mögliche neue Regelung auf den Handel auswirke: "Immerhin ist das eine wichtige Einkaufsstraße, und viele Kunden kommen mit dem Auto", sagt IHK-Geschäftsführer Ulrich Biedendorf.

Auf der Facebook-Seite der Rheinischen Post gehen die Meinungen über die Idee auseinander. "Find ich gut", schreibt Andreas Kuschner, "denn gerne wird man dort als Radfahrer von Autos mit 50 oder mehr km/h überholt, und die Straße ist nicht gerade breit." Dagegen findet Martin Rausch, weder eine Fahrradspur noch Tempo 30 seien nötig, wenn mit Sicherheitsabstand zu geparkten Autos fahrende Radfahrer als Teil des normalen Straßenverkehrs wahrgenommen würden.

Kritisch sieht auch Dieter Gren von der "Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Düsseldorfer Straße" den Vorstoß. "Ich fürchte, das geht zulasten der Düsseldorfer Straße, die parallel zur Luegallee verläuft." Er wünscht sich ein Verkehrskonzept für ganz Oberkassel.

(RP)