Düsseldorf: Streit um Münz-Gutachten beschäftigt das Landgericht

Düsseldorf: Streit um Münz-Gutachten beschäftigt das Landgericht

Mit den Nachwehen einer tragischen Geschichte muss sich demnächst das Landgericht befassen. Es geht um ein angeblich fast 350 Jahre altes Geldstück und um 700 neue Euro für ein Gutachten.

Vor 20 Jahren kaufte ein Ehepaar bei einer Ausstellung auf Burg Brüggen die Vier-Reichsthaler-Münze mit dem Konterfei des Herzogs Ernst August zu Braunschweig-Calenberg-Hannover, die aus dem Jahr 1680 stammen soll. Als der Mann vor einem Jahr schwer erkrankte, wollte das Paar die Münze verkaufen - ein ähnliches Sammlerstück hatte kurz zuvor bei einer Auktion 30.000 Euro erzielt. Und auch Auktionator Ulrich Felzmann hoffte auf einen hohen fünfstelligen Betrag für die Vier-Thaler-Münze, die sogar das Titelblatt des Auktionskataloges schmückte. Um einen zusätzlichen Kaufanreiz zu schaffen, gab Felzmann auch noch eine Expertise bei einem renommierten Fachmann in Auftrag. "Niemand hatte einen Zweifel daran, dass die Münze echt ist," sagt er. Doch dann die Überraschung: Der Gutachter kam zu der Überzeugung, dass die Münze keine Originalprägung ist. Die Auktion wurde gestoppt, die falsche Münze blieb bei dem Ehepaar. Ihr Besitzer starb im Dezember 2016. Das Landgericht soll nun klären, wer die Kosten für den Gutachter bezahlen muss.

(sg)