Streit um Mottowoche 2018 in Düsseldorf am Max-Planck-Gymnasium

Düsseldorf: Streit um Motto-Tage der Planck-Abiturienten

Was dürfen Gymnasiasten in ihrer letzten regulären Schulwoche? Schüler und Rektorin beantworten diese Frage unterschiedlich.

Der Frust bei den Zwölftklässlern am Max-Planck-Gymnasium ist riesig. "Wir fühlen uns entmündigt und von den Verantwortlichen im Stich gelassen", schreibt Lukas Mielczarek vom Abitur-Komitee der Stockumer Schule. Grund seines Ärgers ist die Mottowoche, die am kommenden Montag beginnen soll. Wie die meisten anderen Düsseldorfer Abiturienten wollen die Gymnasiasten ihre letzte reguläre Schulwoche vor den Abi-Prüfungen für Wettbewerbe, Spiele, wechselnde Verkleidungen und einen Unterricht nutzen, der vor allem eines soll: Spaß machen.

"Jux-Aktivitäten" nennt Mielczarek das in seinem Schreiben. Und genau darum ist jetzt eine heftige Kontroverse entbrannt. Denn das Komitee sieht sich um die Mühen seiner wochenlangen Vorbereitungen gebracht, weil Schulleitung, der Bezirksbeamte der Polizei und die Ordnungsbehörden unter dem Strich eben doch das meiste abwehrten oder untersagten. Dazu zähle auch ein kleines Biwak auf der öffentlichen Parkplatzfläche vor dem Schulgebäude mit Pavillon, Biertisch-Garnituren und Musik. "In angemessener Lautstärke", wie Mielczarek betont. Dennoch habe es stets dieselbe Antwort gegeben: nicht genehmigungsfähig.

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Für die Abiturienten wiegt das doppelt schwer, weil sie sich bereits innerhalb der Schule stark eingeschränkt fühlen. "Wir haben zahlreiche Einwände und Vorgaben der Schulleitung wie Musikverbote und Dekorationseinschränkungen berücksichtigt, verzichten auf Unterbrechungen des Unterrichts und sprechen jeden einzelnen Programmpunkt akribisch ab", heißt es im Schreiben des Zwölftklässlers, der glaubt, sein Jahrgang zahle nun die Zeche für Entgleisungen Einzelner in den vergangenen Jahren.

Schulleiterin Corinna Lowin steht zu ihren Vorgaben, widerspricht aber der Einschätzung, dass so gut wie nichts mehr erlaubt sei. "Die Abiturienten dürfen sich verkleiden, so lange sie sich nicht vermummen oder meinen, in Badehose oder Bikini kommen zu können", sagt sie. Zudem sei es erlaubt, in den Pausen auf dem Schulhof etwas mit Musik zu veranstalten. "Zu anderen Zeiten geht es nicht, weil andere Jahrgänge Klausuren schreiben", sagt die Pädagogin. "Nicht vertretbar" sei ein Biwak auf dem Schulgelände. Die Kommunikation mit ihren Schülern findet sie in Ordnung. "Es gab zahlreiche Treffen und Absprachen."

(jj)
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