Gärten oder Spielplatz?: Streit um eine Wiese

Gärten oder Spielplatz? : Streit um eine Wiese

Der schmale Grünstreifen am Mühlenbroicher Weg in Rath ist begehrt. Kinder spielen dort gerne, aber auch Anwohner würden ihn gerne nutzen, um ihre Gärten zu vergrößern. Dagegen protestieren Familien mit Kindern, wollen die Wiesen als Spielplatz erhalten.

Sie werden aber keine Unterstützung durch die Politik bekommen. Der Ausschuss für Öffentliche Einrichtungen lehnte mit der Mehrheit von CDU und FDP einen Antrag von SPD und Grünen ab, die Grünfläche nicht an Anwohner zu verpachten.

Der Hintergrund: Den Anwohnern der Häuser am Mühlenbroicher Weg wurden Teile der Fläche, die zurzeit ein öffentlicher Grünstreifen im Wohngebiet ist, von der Stadt zur Pacht angeboten. Da diese Häuser nur sehr kleine Gärten haben, sind einige Hausbesitzer daran sehr interessiert. "Aber es gibt noch keine rechtsverbindlichen Zusagen der Stadt", sagte Umweltdezernentin Helga Stulgies im Ausschuss. Es sei aber denkbar, Flächen als Grabeland mit Auflagen zu verpachten: "Es dürften dann nur einjährige Pflanzen, Gemüse und Blumen gepflanzt werden. Bäume und Lauben sind verboten", so Stulgies.

SPD und Grüne sind gegen eine Verpachtung. "Es besteht die Gefahr, dass immer mehr Flächen privatisiert werden und den Kindern dann nur eine kleine Fläche bleibt", sagte Grünen-Ratsherr Günter Karen-Jungen. Das Interesse an einer öffentlichen Spielwiese sei jedoch groß, die Initiative habe bereits 2000 Unterschriften gesammelt. CDU und FDP stimmten dem Antrag nicht zu, "weil es hier um einen Nachbarschaftsstreit geht. Es ist nicht Sache der Politik, bei einem solchen Streit Partei zu ergreifen", sagte Ausschussvorsitzender Rüdiger Gutt (CDU). Er forderte die Verwaltung auf, mit einem fairen Angebot den Streit schlichten zu helfen.

(RP)
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