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Düsseldorf-Wittlaer: Streit um Baugebiet im Düsseldorfer Norden

Düsseldorf-Wittlaer : Streit um Baugebiet im Düsseldorfer Norden

Die Stadtwerke Duisburg wollen ihr in Wittlaer vorhandenes Baurecht sichern. Düsseldorf möchte dagegen diese Rechte aufheben.

Im Streit mit den Stadtwerken Duisburg um mögliche Neubauten im Norden Wittlaers bleibt die Landeshauptstadt hart. "Wir wollen kein neues Einbrungen und werden alles tun, um zusätzliche Wohneinheiten am Wasserwerksweg zu verhindern", lässt Gregor Bonin, Spitzenbeamter für Bauen und Planen, keinen Zweifel an der Marschrichtung des Rathauses.

Nach Angaben von Duisburgs Stadtwerke-Sprecher Helmut Schoofs sagten die Düsseldorfer ein auf heute terminiertes Gespräch, das der Konsensfindung dienen sollte, kurzfristig ab. Ein Streitfall, der symptomatisch ist für die gegensätzlichen Ansätze, die beide Städte in Sachen Stadtplanung verfolgen.

Um welche Fläche geht es? Das 1967 als Bauland ausgewiesene Areal "Dörgelsberg" liegt zwischen Wasserwerks- und Feldhuhnweg in Wittlaer-Bockum, in Sichtweite der Duisburger Stadtgrenze. Das 1967 eingeführte Baurecht wurde nur teilweise ausgeschöpft. Nach dem Plan von 1967 könnten am "Dörgelsberg" noch einmal 110 Wohneinheiten entstehen. Im wohlhabenden Norden Düsseldorfs wäre dies ein lukratives Geschäft.

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Wem gehört das Gelände? Eigentümer sind die Stadtwerke Duisburg, die das Land zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarben, und dort bis heute Trinkwasser gewinnen. Laut Helmut Schoofs stammen fast 50 Prozent des Duisburger Trinkwassers aus den Werken Wittlaer/Bockum.

Wie ist der Stand des Verfahrens?

Die Düsseldorfer Verwaltung hat den aus ihrer Sicht veralteten Bebauungsplan aufgehoben. Dagegen legten die Stadtwerke Duisburg Einspruch ein und bekamen beim Oberverwaltungsgericht Münster Recht. "Eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen", betont Schoofs. Ob die Stadtwerke in Wittlaer wirklich bauen wollen, lässt er offen. "Zunächst geht es darum, Eingriffe in unser Eigentum zu verhindern."

Darf nun gebaut werden? Aus Sicht der Düsseldorfer: Nein. Zum einen wird eine Beschwerde gegen die Nicht-Zulassung der Revision geprüft. "Zum anderen sorgen wir mit einem neuen Aufstellungsbeschluss dafür, dass unser städtebauliches Gesamtkonzept Vorrang vor den Einzelinteressen von Eigentümern behält", sagt Bonin.

Duisburg 2027 Unabhängig vom konkreten Einzelfall sind die aktuellen städtebaulichen Konzepte der beiden Nachbarstädte konträr. Nach jahrelanger Zurückhaltung will Duisburg künftig offensiv neue Baugebiete — auch am Stadtrand — ausweisen ("Duisburg 2027"). In Teil 11 steht: "Neue Wohnbauflächen — Duisburger Süden ... - Schaffung von hochwertigen Wohnangeboten in Serm, Mündelheim, Huckingen...". Strategisches Ziel ist es, potenziell abwanderungswillige Einwohner (Gutgebildete, Besserverdiener) in der schrumpfenden Revier-Stadt zu halten und darüber hinaus Düsseldorfer mit deutlich günstigeren Preisen in den äußersten Duisburger Süden zu locken.

Düsseldorfer Strategie Düsseldorfs Planungsziele gehen genau in die entgegengesetzte Richtung, obwohl die Stadt wächst und die Nachfrage nach Wohnraum enorm ist. "Heutzutage geht es um Lebens- und Aufenthaltsqualität im Quartier, um den Erhalt von Natur und landwirtschaftlichen Flächen", sagt Bonin. Natürlich schaffe die Stadt zusätzlichen Wohnraum. Aber der entstünde eben nicht am ländlichen Stadtrand, sondern auf Arealen wie dem Derendorfer Güterbahnhof oder der Reitzenstein-Kaserne.

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(RP/ila/top/jco)