Zamek in Düsseldorf: Streit bei Zamek eskaliert

Zamek in Düsseldorf : Streit bei Zamek eskaliert

Der Arbeitskampf beim Suppenhersteller Zamek ist festgefahren. Der Arbeitgeber wirft Mitarbeitern Beleidigung und Verleumdung vor und bereitet Kündigungen vor. Die Gewerkschaft spricht von Einschüchterungsversuchen.

Eine Einigung im Tarifstreit beim Düsseldorfer Suppenhersteller Zamek rückt in immer weitere Ferne. Dabei nimmt der Arbeitskampf bisweilen bizarre und in Deutschland eher unübliche Formen an.

Die Gewerkschaft NGG wirft Geschäftsführer Michael Krüger vor, auf Eskalation zu setzen. "Zamek will Streikende rauschmeißen", heißt es in einer NGG-Mitteilung. Demnach seien vier Kündigungen auf dem Tisch des Betriebsrates gelandet. Zamek will die Wortführer des Streiks loswerden. "Schon zuvor hat Herr Krüger versucht, den Streik mit der Drohung von Entlassungen zu verhindern. Das hat nicht geklappt. Jetzt werden Einzelne herausgegriffen und in ihrer persönlichen Existenz bedroht. Das ist nicht nur demokratie-, das ist menschenfeindlich", sagt Dieter Schormann, Geschäftsführer der NGG in Düsseldorf.

Die Arbeitgeberseite weist diese Vorwürfe von sich. "Wir stehen uneingeschränkt hinter dem verfassungsrechtlich garantierten Streikrecht. Es ist legitim, dass Arbeitnehmer ihren berechtigten Interessen auch durch Streik Nachdruck zu verleihen", sagt Geschäftsführer Michael Krüger. Er bestätigte aber im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass vier fristlose Kündigungen, die in zwei Fällen Betriebsratsmitglieder betreffen, vorbereitet wurden. Ausgesprochen worden seien sie jedoch noch nicht. Gleichzeitig erhebt Zamek schwere Vorwürfe gegen Betriebsrat und NGG. Die möglichen Kündigungen würden nicht wegen der Organisation des Streiks ausgesprochen, sondern "wegen planmäßigen, nachhaltigen und wiederholten Beleidigungen und Verleumdungen der Geschäftsleitung, des Personalleiters und des Unternehmens Zamek ausgesprochen".

"Während der Streiks wurden von den Betroffenen, wie auch von einem Gewerkschaftssekretär beleidigende Parolen auf den Straßen von Reisholz skandiert", sagt Krüger. Streikleiter Schormann würde dagegen nicht einschreiten. Am Freitag soll gestreikt werden. Ab 7 Uhr ist ein Demonstrationszug durch Reisholz geplant. Ab 8 Uhr spricht NGG-Landesvorsitzender Thomas Gauger bei einer Kundgebung auf dem Paulinenplatz.