Streik in Düsseldorf 2018: Uniklinik-Direktoren bitten Armin Laschet um Hilfe

Warnung vor Streik-Folgen : Düsseldorfer Uniklinik-Direktoren bitten Laschet um Hilfe

Hochrangige Klinikmitarbeiter warnen nach gut zwei Monaten Arbeitskampf an der Uniklinik Düsseldorf vor schweren Konsequenzen für die Patienten und bitten Ministerpräsident Armin Laschet um Hilfe.

Seit Wochen gebe es durch den Streik Einschränkungen in der Notaufnahme, schrieben mehr als 40 Direktoren von Kliniken und Instituten der Uniklinik in einem am Montag bekannt gewordenen offenen Brief. Und die Lage verschärfe sich weiter.

Die Direktoren baten Armin Laschet um Vermittlung in dem festgefahrenen Konflikt zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Klinikleitung. Die Staatskanzlei erklärte dazu, der NRW-Regierungschef habe bereits zu Beginn der vergangenen Woche aus seinem Urlaub heraus mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) gesprochen. Beide Minister hätten bereits in der vergangenen Woche Kontakt mit den Beteiligten aufgenommen.

Nach Angaben der Düsseldorfer Kliniken mussten dort bislang mehr als 2000 Operationen verschoben werden. Derzeit würden nur zwischen 700 und 800 Patienten stationär aufgenommen, statt wie sonst zwischen 1000 und 1100, sagte ein Sprecher am Montag, dem 28. Streiktag. An der gleichfalls bestreikten Universitätsklinik in Essen seien durch die dortigen Arbeitsniederlegungen ebenfalls über 2000 Operationen verlegt worden, teilte die Klinik mit.

Die Düsseldorfer Mediziner erklärten eindringlich: „Es steht unmittelbar bevor, dass dringlich notwendige Operationen nicht mehr zeitnah durchgeführt werden können und zeitkritische Krebstherapien nur verzögert stattfinden.“

Verdi will mit den Arbeitsniederlegungen Haustarife über die Mindestbesetzung der Stationen an den Unikliniken in Düsseldorf und Essen erzwingen. Mehrere Verhandlungsrunden scheiterten.

(felt/dpa)
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