Streik an Uniklinik Düsseldorf: Keine Lösung in Sicht

Mehr als 2000 OPs verschoben : Keine Lösung für Streik an Düsseldorfer Uniklinik in Sicht

Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Klinik sind gescheitert. Für die Klinik wird das zum finanziellen Problem.

Für den seit Wochen andauernden Streik des Pflegepersonals am Uniklinikum Düsseldorf ist weiter keine Lösung in Sicht. Die Uniklinik erklärte, die Gewerkschaft Verdi habe ein Angebot über 100 zusätzliche Pflegekräfte und eine Vereinbarung mit dem örtlichen Personalrat abgelehnt. „Ich kann absolut nicht verstehen, warum Verdi dieses Angebot ablehnt“, sagte der Kaufmännische Direktor, Ekkehard Zimmer. Die Gewerkschaft hatte in früheren Mitteilungen 200 neue Pflegekräfte als angemessen bezeichnet.

Verdi kritisierte dagegen, dass die Uniklinik nicht bereit sei, mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) eine Vereinbarung zur Entlastung der Pflegekräfte zu vereinbaren. Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Pieper erklärte: „Die Arbeitgeberseite ist nicht bereit, eine nachhaltige Entlastung der Pflegerinnen und Pfleger mit uns zu vereinbaren.“ Am Dienstag sei es nicht mehr zu inhaltlichen Gesprächen gekommen, die Uniklinik habe eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft abgelehnt. Der unbefristete Streik werde daher fortgesetzt.

Nach Informationen unserer Redaktion fand das Gespräch am Dienstag ohne Beteiligung der NRW-Landesregierung in Berlin statt. Zu den gescheiterten Verhandlungen wollten sich weder Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) noch Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) äußern. Im Umfeld der Landesregierung hieß es, den Ministern falle es schwer, laufende Tarifverhandlungen zu kommentieren.

Eine Gruppe Streikender zog am Dienstagmorgen durch die Stadt vor das Düsseldorfer Rathaus. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) empfing eine Delegation der Streikenden. „Mittel- und langfristig muss die Attraktivität der Pflegeberufe deutlich erhöht werden, um die hier tickende Zeitbombe zu entschärfen“, sagte er.

Die Uniklinik Düsseldorf steht seit vielen Jahren unter Kostendruck. Bis Ende 2018 rechnet das Krankenhaus mit einem Defizit von rund 12,2 Millionen Euro, fast fünf Millionen mehr als 2017. Dieses Minus dürfte sich durch den langen Streik noch erhöhen. Derzeit kann die Klinik nur 700 Patienten stationär versorgen, sonst sind es 1100. Mehr als 2000 Operationen sind bereits verschoben worden, laut 40 Direktoren der Klinik ist die Patientenversorgung in Gefahr.

(RP)
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