Streik an Uniklinik Düsseldorf: Jede dritte OP verschoben

Düsseldorf: Jede dritte OP an der Uniklinik wegen Streik verschoben

An der Uniklinik in Düsseldorf wird gestreikt. Rund 400 Mitarbeiter haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Vor allem die Patienten leiden unter den Engpässen, sagt ein Kliniksprecher. Verdi verteidigt die Aktion.

Seit 6 Uhr am Dienstagmorgen läuft der Streik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Rund 400 bis 450 Mitarbeiter sind dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt, schätzt Wolfgang Cremer, NRW-Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales.

Der Fußgängereingang des Uni-Klinikums. Foto: Andreas Bretz

Laut Kliniksprecher Stefan Dreising leiden die Patienten unter dem Streik. "Das Augenfälligste ist wohl die eingeschränkte Speiseversorgung", sagt Dreising. Weil in der Küche 35 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt haben, kann keine Auswahl an Speisen angeboten werden, es gibt lediglich einen Eintopf zum Mittagessen — einmal mit und einmal ohne Fleisch.

Um wenigstens die Notversorgung aufrecht zu erhalten, seien am Montag noch Mitarbeiter aus dem Einkaufsbereich geschult worden, die am Dienstag in der Küche aushelfen. Die Cafeteria für die Beschäftigten bleibt komplett geschlossen. Auch im medizinischen Bereich wird gestreikt, einige Operationen müssen verschoben werden. Laut Dreising können etwa ein Drittel Operationen weniger durchgeführt werden als an einem normalen Tag, die dringlichen Operationen würden aber stattfinden. Außerdem bleibt auch die Kita der Klinik geschlossen, beim Patiententransport kommt es aufgrund des Ausstands zu langen Wartezeiten.

Der Streik läuft noch bis Mittwochmorgen, 6 Uhr. Danach wird sich der Betrieb am UKD wieder relativ schnell normalisieren, hofft Kliniksprecher Dreising. In der Küche kann es allerdings noch ein wenig länger dauern, bis alles wieder den gewohnten Gang geht. Denn Vorbereitungen, die normalerweise am Dienstag für den Mittwoch getroffen werden, bleiben aufgrund des Streiks liegen.

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Weitere Streiks an der Uniklinik sind laut Verdi nicht ausgeschlossen. Im Tarifkonflikt um die beiden Tochtergesellschaften GKD (u.a. Reinigung und IT) und UKM (Handwerker, Fahrdienste, Pförtner) sei dieser Warnstreik bereits der siebte. "Hier kommt es jetzt ganz stark darauf an, wie der Arbeitgeber reagiert", sagt Verdi-Vertreter Cremer. Eine weitere Eskalation des Konflikts sei nicht ausgeschlossen. Die Mitarbeiter des Krankenhauses wollen mit einem 24-stündigen Ausstand auf ihre schwierigen Arbeitsbedingungen hinweisen.

Im Konflikt um einen Entlastungsvertrag für das medizinische Personal ist der Streik am Dienstag das erste Signal seitens der Gewerkschaft. Hier will Verdi erst einmal abwarten, ob sich in den kommenden Wochen Gespräche zwischen den Parteien ergeben.

Die Fronten scheinen zumindest auf den ersten Blick verhärtet. Kliniksprecher Stefan Dreising sagt: "Das ist ein Streik, ausgetragen auf dem Rücken der Patienten." Verdi-Fachbereichsleiter Wolfgang Cremer hält dagegen, die Beschäftigen würden lediglich ihr Grundrecht auf Streik wahrnehmen.

(lis)
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