Fall von Gisa M. in Düsseldorf Erst Schwarzfahren, dann Gefängnis

Analyse | Düsseldorf · Fahren ohne Ticket ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Immer wieder müssen Schwarzfahrer ins Gefängnis, meist trifft das arme Menschen. Doch der Protest gegen den Paragrafen 265a wächst – auch wegen der Düsseldorferin Gisa M.

Bei einer Aktion vor dem Justizministerium haben ehemalige Häftlinge für die Freilassung der Düsseldorferin Gisa M. protestiert – und gegen den Paragrafen 265a.

Bei einer Aktion vor dem Justizministerium haben ehemalige Häftlinge für die Freilassung der Düsseldorferin Gisa M. protestiert – und gegen den Paragrafen 265a.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Gisa M. zog ihren gepackten Koffer hinter sich her, als sie vor einem Monat vor dem Amtsgericht ankam. Zittrig und die Hände in den Taschen vergraben stand sie vor dem grauen Gebäude. Sie befürchtete, gleich nach der Anhörung verhaftet zu werden. Diese Befürchtung wurde nur wenige Tage später wahr – die Polizei nahm die 56-Jährige fest und nun sitzt sie im Gefängnis, um eine sechsmonatige Strafe zu verbüßen. Ihr Vergehen: Sie ist mehrmals ohne Ticket mit der Bahn zum Arzt gefahren.