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Landgericht Düsseldorf: Stich ins Gesäß: Quartett nach Überfall angeklagt

Landgericht Düsseldorf : Stich ins Gesäß: Quartett nach Überfall angeklagt

Mit massiver Gewalt und letztlich sogar mit einem tiefen Messerstich ins Gesäß ihres Opfers sollen vier Männer im August 2008 versucht haben, einen ausgeraubten Mann in ein Auto zu zerren. So lautet die Anklage gegen die 28 bis 35 Jahre alten Tatverdächtigen, über die ab Mittwoch (4.7., 9.30 Uhr, Saal E.131) das Landgericht verhandelt. Anlass für den Streit mit zwei Männern, die damals an einem Langenfelder S-Bahnhof auf die Angeklagten trafen, soll eine Schuldenabrechnung wegen Drogengeschäften gewesen sein.

Mittags waren sich die beiden Gruppen damals an der Bahnstation begegnet. Zwei der Angeklagten sollen noch in Begleitung weiterer, bisher unbekannter Komplizen gewesen sein — und die zwei Kontrahenten sofort attackiert, festgehalten und mit einem Messer bedroht haben, um deren Mobiltelefone zu erbeuten. Als eins der Opfer zwei Handys herausgab, gelang den Angegriffenen zunächst die Flucht. Doch dann kamen laut den Ermittlungen die beiden anderen Angeklagten dazu und griffen die Opfer sofort erneut an. Einer der Männer wurde per Faustschlag angeblich zu Boden gestreckt, den anderen versuchten die Täter mit eilends beschafften Kabelbindern zu fesseln, um das Opfer danach in ein Auto zu zerren. Als das jedoch an der massiven Gegenwehr des Mannes scheiterte, wurde er laut Anklage von den vier Tätern zusammengeschlagen, wobei alle Angeklagten angeblich spezielle Handschuhe trugen, die mit Quarzsand gefüllt werden und somit massive Verletzungen herbeiführen können. Ein 31-jähriger Angeklagter soll dem weiterhin wehrhaften Opfer dann einen Messerstich ins Gesäß versetzt haben, um den Mann doch noch zum Einsteigen in den Pkw der Täter zu zwingen. Da dies nicht zum Erfolg führte, wurde das Opfer laut Anklage auf eine Grünfläche gezogen, dort in den Schwitzkasten genommen und gewürgt. Der Mann verlor durch die Stichwunde mehr als einen Liter Blut, erlitt durch die Misshandlungen eine Platzwunde am Hinterkopf sowie schwere Prellungen am ganzen Körper.

Für den Prozess gegen hat das Gericht fünf Verhandlungstage bis Ende Juli eingeplant.

(RP)